In der hiesigen Presse werden Artikel der Mitglieder über Achim und die Stadtgeschichte veröffentlicht. Im Jahre 2005 wurde im Achimer Kreisblatt die Serie „Wat is dat denn?“ aufgenommen. Bei diesem Projekt werden Fotos alter Gegenstände veröffentlicht und in Kurzform deren Bedeutung erklärt oder beschrieben, was man mit diesen Fliegenschränken, Kaffeemühlen, Spucknäpfen und so weiter machen konnte. Die Texte hat Klaus Bischoff, Pressewart im Heimatverein Achim, verfasst (auf dieser Seite   "zweisprachig").
Von den ersten 111 Gegenständen ist 2010 eine Broschüre erschienen, die beim HV erworben werden kann ("Veröffentlichung" unter 29.)

Bisherige Veröffentlichungen:

2005: Alte Rechenmaschine | Alte Nähmaschine | Essen mit Druck Kochen | Spielzeug selbstgefertigt | Dichter Deckel auf  der Dose | Plätteisen mit Glut | Altes Waschgeschirr | Alte Kaffeeröster | Tontöpfe für Kautabak | Wärmflasche fürs Bett | Spucknapf in der Stube | Hutspanner und Muff | Omas Kaffeemühle | Kaffeelot | Fliegenschrank | Henkelmann und Brotdose | Aluminium-Bilderständer | Die deutsche Volksmaske | Ondulierscheren | Achimer Brunnen | Schapoklapp |
2006: Modell des früheren Musikschuldaches | Mausefalle | Schlagballhochburg Bassen | Brautkranz aus Myrte | Priemdose | Figuren aus dunkler Zeit | Sparschrank | Die "Fischdose" zum Baden | Butterfass und Käsesieb | Bollener Siegel | Ladenkasse | Margarinefiguren |
2008: Fidibus | Armband für eine Uhr | Lotto | Gewichte | Stempeluhr | Spatzenfalle | Schinkentellerbord | Malerdekorrolle | Zollstock | Bierflasche | Heidequast |
2009: Einkochkrug | Murmelspiel | Besenbinden | Tragejoch |
Flatterhut | Nagelkreuz | Zichoriendose | Brennhexe | Zimmerklo | Kohlschneider | Sichel | Strohschneider | Babywanne | Leinenballen | Bindebaum | Egge | Radwechsel | Dengelklotz | Wollkratze | Glastragekasten | Kohlebügeleisen | Spinnstuhl | Bucheckern | Breitbeil | Geldbörse | Sattlerbank | Kernseife | Holländer |
2010: Stickschablone |
Steckerfassung | Plattenkamera | Pappzigarrenkisten | Luftschutzspritze | Pferdeholzschuhe |
Großer Hans | Geldkatze | Fahrradfahrkarte | Butterglocke und Eierpott | Hampelmann | Zwicke und Heidlinje | Personenwaage | Setzkasten | Haspel | Stelzenlaufen | Gestell zum Pferdebeschlagen | Carepaket | Dezimalwaage | Notgeld | Tabakschneider | Holzuhr | Gaffeleisen | Holzwanne | Waschbrett | Poesiealbum | Mondwaage | Bauchbindemaschine | Zigarrenkiste | Schnippelmaschine für Bohnen | Schusterkugel |
Wäschemangel | Brenneisen | Dreschflegel | Stoßeisen | „Der kleine Perlenkünstler“ | Wringmaschine | Tannenbaumständer

weitere Gegenstände:
2012: Webspanner | Reifenlaufen | Hühnertränke„Malkasten“ | Einkochhilfe | "Eisen für Gold" | Windlicht | Werbeaschenbecher | Brummkreisel 

 

 

01. "Alte Rechenmaschine" Mit düsse Maschien kanns`t reken. Mußt bloots an de Kurbel dreihen.

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Mit dieser Maschine kann man rechnen. Man muss nur an der Kurbel drehen.

 02. "Alte Nähmaschine"   Up düsse Neihmaschien heff ik fröher, as ik noch Kind weer, Büdels för de Marmels neiht

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 Auf dieser Nähmaschine habe ich früher, als ich noch Kind war, Beutel für Murmeln genäht.

03. "Essen mit Druck Kochen"   Dat weer na`n ersten Weltkrieg nemod`schen Kraam. In düssen Pott kunnst dat Eten mit Druck kaken. De Italjeener seggt dor ok „Garibaldi“ to, meen ik man.

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Das war nach dem ersten Weltkrieg neumodischer Kram. In diesem Topf konnte man das Essen mit Druck kochen. Die Italiener sagten dazu auch „Garibaldi“, denke ich. 

04. und 05. "Spielzeug selbstgefertigt"

 

 

Un nu wat för de Kinner. Dütt Speeltüüg hett Vadder fröher sülms torecht makt. Handwaagen un Kokherd ut Alluminjum un de Kraan is ut Blick schoostert wurrn. Un up dat Bild unnen seht ji een „Büssinglaster“ ut Holt. 

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Und nun etwas für die Kinder. Dieses Spielzeug hat Vater früher selber angefertigt. Handwagen aus Aluminium un der Krahn ist aus Blech geschustert worden. Und auf dem unteren Bild seht Ihr einen „Büssinglaster“ aus Holz.

06.. "Dichter Deckel auf  der Dose" Wenn du wat in Dosen inkoken wullst kannst mit dütt Grät den Deckel up de Dos dichtmaken.

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Wenn man etwas in Dosen einkochen will, kann man mit diesem Gerät den Deckel auf der Dose dichtmachen.

07. "Plätteisen mit Glut" Kennt ji den Snieder Böck ut Wilhelm Busch sien Book von Max un Moritz? Jo, denn weet ji ok, dat dat hier`n Plättiesen is. In de Klappen achtern kööm de Glut rin dormit dat Plättiesen heet genog to`n Plätten ward.

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Kennt ihr den Schneider Böck aus dem Buch von Wilhelm Busch über Max und Moritz? Ja, dann wisst Ihr auch, dass das hier ein Plätteisen (Bügeleisen) ist. Hinten in die Klappe kam die Glut rein damit das Bügeleisen auch heiß genug zum Plätten war.

08. Altes Waschgeschirr Waschgeschirr as`n dat fröher hat hett. Waschschöttel mit Sepennap un Waterkroog mit`n Rükelbusch. Anstatt Blomen weer Water in`n Kroog.

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Waschgeschirr so wie man das früher hatte. Waschschüssel mit Seifennapf und Wasserkrug mit einem Blumenstrauß. An Stelle der Blumen war Wasser in dem Krug.

09. Alte Kaffeeröster Dat sünd Kafferöster, wie hefft ok Brenner darto seggt. In düsse Röster hefft se fröher Koorn rindahn un över dat Füer hangt um darut Kaffee to rösten. Wat rutkööm nenn wie „Muggefuck“. To düssen Kaffeeersatz kunn`n noch ne Pries Zichorie togäben, he schmeckt denn beter. Man kann avers ok richtige Kaffeeebohnen in düsse Gerätschaft togange kriegen.

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Das sind Kaffeeröster, wir haben dazu auch Brenner gesagt. In diese Röster haben sie früher Getreide eingefüllt und über das Feuer gehängt, um daraus Kaffe zu rösten. Was rauskam nannten wir „Muggefuck“. Zu diesem Kaffeeersatz  konnte man noch eine Prise Zichorie (die Knolle der Wegwarte) zugeben, er schmeckte dann besser. Man kann aber auch richtige Kaffeebohnen in diesen Geräten herstellen

10. Tontöpfe für Kautabak Weet ji wat „primen“ is? De Prim is Kautabak, den de Mannslüüd und af un to ok Froonslüüd sik achtern Kusen schoben hefft so as Erstz för dat Smöken. De rechten „Primers“ harrn geele Tään un mennigmaal lööp jem de Saft von den Kautabak ut`e Snuut. Opbewohrt hefft se den Kautabak in düsse Tonpötte-

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Wisst Ihr was „priemen“ ist? Der Priem ist Kautabak, den sich die Männer und manchmal auch die Frauen hinter die Backenzähne geschoben haben als Ersatz für das Rauchen. Die richtigen „Priemer“ hatten gelbe Zähne und manchmal lief ihnen der Kautabaksaft aus den Mund. In diesen Tontöpfen wurde der Kautabak aufbewahrt.

11. Wärmflasche fürs Bett Wenn dat fröher so recht kold un dat Bett verdammt klamm wöör, freien wi us jümmers wenn Mudder us`n Warmkruken (Warmflasch) bröch un unner de Bettdecke schööf. Fröher hefft se in de Slaapkamer nich inbött. Ünnen is`n Warmkruken afbild, de se na`n Krieg ut`n Kartusch makt hefft.

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Wenn das früher so richtig kalt und das Bett verdammt feucht war, freuten wir uns immer wenn Mutter uns eine Wärmflasche brachte und unter die Bettdecke schob. Früher hat man in den Schlafräumen nicht geheizt. Unten ist eine Wärmflasche abgebildet, die man nach dem Krieg aus einer Kartusche hergestellt hat.

12. Spucknapf in der Stube

Hefft ji sowat all maal sehn? Rechts von den Kerzenstänner steiht en Speenapp. In dütt Speenapp kunn`n rinspeen un nich up`n Sandbodden von de Stuuv. Ik bün 1975 noch in een Stuuv wesen, wo de Footbodden mit geelen Sand utstreit wöör.

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Habt Ihr so was schon einmal gesehen? Rechts von dem Kerzenständer steht ein Spucknapf. In dieses Spucknapf konnte man reinspucken und nicht auf den Sandboden in der Stube. Ich bin 1975 noch in einer Stube gewesen, wo der Fußboden mit gelben Sand ausgestreut war.

13. Hutspanner und Muff Up dütt Bild seht ji unnen links een Hootspanner. Mit dütt Warktüüg hefft se domaals den Hoot in de rechte Fasson brocht. In de zweete Reeg een Doos in de de Manschetten an de Hemsärmel unnerbrocht wöörn. Inne Mitte steiht een Hootschachtel för`n hogen Hoot, wi seggen ok Schap au Klap darto un meen den Zylinner. Un rechts dat is`n Schachtel för`n Muff. Fröher hefft de Froonslüüd ehr Hannen in düssen Muff warmt.

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Auf diesem Bild seht Ihr unten links einen Hutspanner. Mit diesem Werkzeug haben sie früher den Hut in die richtige Form gebracht. In der Mitte steht eine Hutschachtel für einen hohen Hut, wir sagten auch Schapp au Klapp dazu und meinten den Zylinder. Und rechts ist eine Schachtel für einen Muff (Wärmerolle für die Hände). Früher haben die Frauen ihre Hände in diesem Muff gewärmt..

14. Omas Kaffeemühle Ne Kaffeemöhl kennt ji.  Us Oma hett mit dat Kaffeelot de Kaffeebohnen boben in de Möhl kippt un denn an de Kurbel dreiht. De fienmahlen Kaffee füll denn in den Glaspott unnen un köm von hier in de Kaffeekann. Kokend Water rup, trecken laten un fertig is de feine Bohnenkaffee.

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Eine Kaffeemühle kennt ihr. Unsere Oma hat die Kaffeebohnen mit dem Kaffeelot (Messbecher) oben in die Kaffeemühle gekippt und dann an der Kurbel gedreht. Der feingemahlene Kaffee fiel dann in den Glaspott unten und kam von hier in die Kaffeekanne. Kochend Wasser darauf gießen, ziehen lassen und fertig ist der feine Bohnenkaffee.

15. Kaffeelot So`n Kaffeelot to`n Afmeten von Koffi, avers ok von Ersatzkoffi, gev dat in mennigeen Gröten. Tomeist harrn se dat Mat för een un een half Lot, as ji dat up dat Bild good sehn künnt. De Messbecher unnen rechts hett blots dat Mat von een Lot.

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So ein Kaffeelot zum Abmessen des Kaffees, aber auch von Ersatzkaffee, gab es in verschiedenen Größen. Die meisten hatten das Maß für ein und einem halben Lot, wie auf dem Bild gut zu erkennen. Der Messbecher unten rechts hat nur das Maß für 1 Lot.

16. Fliegenschrank

Weet ji wat dat is up dütt Bild? Nee? Denn will ik jo dat mal verklorn.

Düsse Kasten is`n Fleegenschapp. As`t noch keen Köhlschapp (Iesschapp) geev, pack de Huusfroo al ehr Etworen in dütt Schschapp. Dör den fienen Fleegendraht kööm de Fleegen nich an dat Eten.

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Wisst Ihr was das ist auf diesem Bild? Nein? Dann will ich Euch das mal erklären.

Dieser Kasten ist ein Fliegenschrank. Als es noch keinen Kühlschrank gab, legte die Hausfrau alle ihre Esswaren in diesen Schrank. Durch den feinen Fliegendraht kamen die Fliegen nicht an das Essen.
17. Henkelmann und Brotdose Fröeher nehmen de Handwarkers ehr Middageten un Fröhstück in düsse Henkelmänner un Brotdös mit up de Arbeit. Up de Arbeit hefft se de Henkelmänner in`t Waterbad stellt un wedder upwarmt.

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Früher nahmen die Handwerker ihr Mittagessen und Frühstück in diesen „Henkelmännern“ und Brotdosen mit zur Arbeit. Auf der Arbeit wurden die Henkelmänner in einem Wasserbad wieder aufgewärmt.

18. Aluminium-Bilderständer Een selfst bogten Billerstänner ut Aluminjum as Wiehnachsgeschenk negenteihnhunnertsößunveertig.  Ut dütt Tüügshefft se na`n Krieg mennigeen Saken makt. Aluminjum wöör`n Material, dat se in groot Deel von Kriegssaken inbogt  un laters wedder utbogt hefft, um wat anners  ut to maken.

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Ein selbstgefertigter Bilderständer aus Aluminium als Weihnachtsgeschenk 1946. Aus diesem Material wurden nach dem Kriege viele Gegenstände hergestellt. Aluminium war ein Material, das in vielen Kriegsgeräten verbaut wurde und dann später ausgebaut und anders genutzt wurde.

19. Die deutsche Volksmaske

De düütsche Volksgasmake ut`n zweeten Weltkrieg. Ut Angst vör`n Angriff mit Gas hefft nich nur de Suldaten Gasmasken jkregen, sünners ok de Zivilisten. In Hüser, Scholen un Fobriken mössen Luftschutzrüüm bogt waren, wenn`n een Luftschutzbunker nich inne Neegde wör. Jüst so as Gasmasken geef dat ok toon Füer löschen Luftschutzpumpen un`n Luftschutzhuusafteek in düsse Schutzrüüm.

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Die deutsche Volksgasmaske aus dem zweiten Weltkrieg. Aus Angst vor Gasangriffen erhielten nicht nur die Soldaten Gasmasken zum Schutz, sondern auch Zivilisten. In Häusern, Schulen und Fabriken mussten Luftschutzräume eingerichtet werden, wenn ein Luftschutzbunker nicht zu erreichen war. Neben den Gasmasken gehörten auch Luftschutzpumpen zum Löschen und eine Luftschutzhausapotheke zum Inventar dieser Schutzräume.

 

20. Ondulierscheren Mit düsse Ondulierscheren hefft se fröher de Hoor von de Froonslüüd „verbrennt“. De Isen un Tangen hefft se över`n lütten Spiritusbrenner heet makt. Dormit de Hoor nich verbrennen deihn, holen se de Onnulierisen dicht an de Lippen un testen so de Hitt. Wörn se to kold wedder rup up den Brenner. Wörn se to heet dreih de Froo Putzbüdel dat Isen so lang üm de Hand bit se de richtge Warmst har.

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Mit diesen Ondulierscheren wurde früher den Damen die Haare „verbrannt“. Die Eisen und Zangen wurden über einem kleinen Spiritusbrenner erhitzt. Damit die Haare nicht verbrannten, teste man die Hitze in dem das Onduliereisen dicht an die Lippen gehalten wurden. Waren sie zu kalt wurden sie wieder auf den Brenner gelegt. Waren sie zu heiß, schwenkte die Friseuse das Eisen so lange um die Hand, bis sie die richtige Temperatur hatten.

21. "Achimer Brunnen" Ut`n Soot blang de Gleisen von de Isenbahn hol de Familje Simmerling för ehre Sprudelfabrikaschon dat Water för den Achmer Brunnen. In düsse Buddel hefft se Simmerlings Limonode affüllt. So hefft se later den Achmer Brunnen nennt.

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Aus einem Brunnen neben den Gleisen der Eisenbahn bezog früher die Sprudelfabrik der Familie Simmerling das Wasser für den Achimer Brunnen. In diesen Flaschen wurde Simmerlings Limonade abgefüllt. So nannte die Firma den Achimer Brunnen später

22. "Schapoklapp"

„Schapoklapp“ hefft wi to düssen Zylinnerhoot seggt. Den Zylinner kunnen tohope klappen un dorno in de hier afbild Hootschachtel packen. To`n „Upklappen“ nehm man den Zylinner ut`e Schachtel un klopp de Kremp vo`n Hoot up dat Knee. De Zylinner sprung up un man kunn`n upsetten. Later sett man den Zylinnerhoot nich mehr up`n Kopp, sünnern dröög em so to`n Schien in`e Hand.  

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„Schapoklapp“ sagten wir zu dem Zylinder, den man zusammenklappen und danach in die hier abgebildete „Hutschachteln“ legen konnte. Zum „Aufklappen“ nahm man den Zylinder aus der Schachtel und schlug die Zylinderkrempe auf das Knie. Der Zylinder „sprang“ auf und man konnte diesen aufsetzen. Später setzte man den Zylinder nicht mehr auf den Kopf, sondern trug diesen symbolisch in der Hand.

23. Modell des früheren Musikschuldaches

So seeg fröher dat Dack von de hüdigen Kreismusikschool in Achim ut. Dütt Modell, dat deHeiinaatvereen Achim up‘n Dackböön von de Bofirma Meislahn ifinnen heft, heft Günter Völkel rundüm upmöbelt. Damit‘n weet wo grot dat Modell is, hefft wi rechts dorbi‘n Blau Papier henlegt.

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So sah früher das Dach der heutigen Kreismusikschule in Achim aus. Dieses Modell, dass der Heimatverein Achim auf dem Dachboden der Baufirma Meislahn fand, hat Günter Völkel restauriert. Das Gebäude der Firma Meislahn wurde kurz nachdem das Modell entdeckt wurde vollkommen restauriert. Zum Größenvergleich rechts neben dem Modell ein Blatt Papier (DIN A 4).

24. Maus beißt Faden ab Up`n ersten Blick kannst nich weten, dat dat`n Muusfallen is. Aver dat is so, dat is`n Muusfallen, eene wo`n  Köppel Muus mit fangen kannst. Woans düsse Fallen funschoniert weet ik ok nich. Villicht kann us dat`n Leser von dütt Blatt verklaren. 

---Erklärung erhalten. Danke!
 s. Link
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Auf dem ersten Blick kann man dieses Gerät nicht als Mausefalle erkennen. Aber es ist eine „Massenfalle“ kann man sagen. Wie diese Falle funktioniert weiß ich auch nicht. Vielleicht kann uns das einer der Leser erklären.

 
25. Schlagballhochburg Bassen

Dat hier is keen Bäsballschläger, dat is‘n Knüppel to‘n Schlagball speelen. Düsse Sportart gev dat in vergahn Joohm in fast jedet Dörp in use Gegend. Man möss den Ball ut Ledder mit den Schläger in‘nt Feld slaan im denn dröff een Lööper loslopen. De genaue Speelregel kann‘n avers nich so kört beschrieven.

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Das hier ist kein Baseballschläger, das ist der Stock zum Schlagballspiel. Diese Sportart gab es in den vergangenen Jahren fast in jedem Dorf in unserer Gegend. Man musste den Lederball mit dem Schläger ins Feld schlagen und dann durfte ein Läufer loslaufen. Die genaue Spielregel kann man nicht so kurz beschreiben.

26. Brautkranz aus Myrte Dat is`n Rahmen, in den se den Brutschleier upwahrt hefft. In de deepe Stelle, de mit dörsichtigen Stoff utslaen is, steiht`n Spruch. Um düssen Spruch  liggt de Myrtenkranzun dor unner is de Myrtenstruß von `n Brögam upheft. In de veer Ecken kann`n lesen: In Freid un Leid bringt düsse Kranz veel Glück un Freid.“ Ik menn de dörsichtige Stoff is an Enn de Bruutschleier.

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Das ist ein „Rahmen“, in dem der Brautkranz aufbewahrt wurde. In einer Vertiefung , die mit durchsichtigem Stoff ausgeschlagen ist, befindet sich eine Inschrift. Um diese Inschrift ist ein Myrtenkranz gelegt und unten der Myrtenstrauß des Bräutigams aufgeheftet. In den vier Ecken steht: „In Freud - und Leid - bringt dieser Kranz - viel Glück und Freud“. Vermutlich ist der durchsichtige Stoff der Brautschleier.  

27. Dose für den Priem

In düsse Dos, de so wat as`n Rietstickenschachtel got is, bewohrten dortomaals den „Priem“ up. Priem hefft se hier vör Ort  to Kautobak seggt. Bevör dat Kaugummi geev, kauen se Kautobak. Bloots schmeckt hett dat anners. Lüüe, de Tobak kauten, harren faken `n bruun Schnuten besünners in de Mundwinkels seet de bruune Bröh von dat Tobak kauen. De mit`n Boort harn um de Schnut rum mennigmool bruune Boorthoor, liekers de Hoor in Boort `ne ganz anner Farv harrn.  

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In dieser Dose, die etwa so groß wie eine Streichholzschachtel ist, bewahrte man früher den „Priem“ auf. Priem war der hier gebräuchliche Ausdruck für Kautabak. Der Kautabak war der Vorgänger vom Kaugummi. Nur der Geschmack war anders. Leute, die priemten, hatten häufig einen braunen Mund besonders in den Mundwinkeln saß die braune Brühe vom Tabak kauen. Bartträger hatten im Bereich des Mundes oft braune Barthaare, während die übrigen Haare im Bart eine ganz andere Farbe hatten.

28. Figuren aus dunkler Zeit

Dat sünd Schneewittchen un de stiefelt Kater.

Düsse Märkenfiguren gev dat in de Kriegstied wenn`n vör dat „Winterhilfswerk“ Geld spennt har.  

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Das sind Schneewittchen und der gestiefelt Kater.

Diese Märchenfiguren erhielt man, wenn Geld für das „Winterhilfswerk“ gespendet wurde.  

 
29. Sparschrank von "Einigkeit Bierden"

Dat is de Spoorschrank von den „Sparklub Einigkeit Bierden“. Düsse Schrank het bit vör körden noch up`n Böön von de Gastweertschaft Meyer in Bieren stahn. De Famielje Meyer het düssen Schrank an`n Heimaatvereen Achim afgeven. In düssen Schrank lege ok noch de Hauptböker von den Spoorklub ut de dörtiger Johr.  

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Das ist der Sparschrank des „Sparklub Einigkeit Bierden“, der bis vor kurzem noch auf dem Boden der Gastwirtschaft Meyer in Bierden stand. Die Familie Meyer hat diesen Schrank dem Heimatverein Achim geschenkt. In dem Schrank befanden sich noch die Hauptbücher des Sparclubs aus den 30 er Jahren.

Die Sparkarte Nr. 30 zum Beispiel gehörte Heinrich Häveker aus Bollen. Auf dieser Sparkarte sind auch die Statuten des Vereins abgedruckt. Hier eine Zusammenfassung des Inhaltes:

Jedes eintretende Mitglied musste eine Aufnahmegebühr von 50 Pf. entrichten. Wöchentlich musste mindestens 1 Mark bezahlt werden, widrigenfalls war eine Strafe von 10 Pf. fällig. Jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag konnte gespart werden. Das eingezahlte Geld wurde jeden Montag vom Vorstand bei der Achimer Sparkasse hinterlegt. Ausgezahlt wurde dann am vorletzten Sonntag vor Weihnachten. Eine Auszahlung in der Zwischenzeit war nur bei Sterbefall oder Abreise gestattet. Natürlich ohne Zinsen. Über die Verwendung der Zinsen wurde auf einer Generalversammlung, eine Woche vor der Auszahlung, beschlossen. Der Vorstand bestand aus einem Vorsitzenden, einem Schriftführer und zwei Revisoren. Auf der Sparkarte Nr. 30 werden Herm. Meyer, Dieter Knüppel, Hinrich Maß und Brün Brüns namentlich genannt.  

30. Die Fischdose zum Baden

De „Fischdos“ to`n baden.

In düsse „Wippwann“, mennigeen segt ok „Fischdos“ dorto, hett`n fröher bad – bi  heet  Daag sacht dümpelnt ok buten.   

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Die „Fischdose“ zum Baden.

In dieser Schaukelwanne, auch „Fischdose“ genannt, badete man früher – an heißen Tagen sanft schaukelnd auch draußen.  

 
31. Butterfass und Käsesieb

Up de linke Siet,dat is`n Botterfatt un rechte Siet, dat is`n Keessef. In slechten Tiden un na`n  Krieg moss jedeen süjms trecht kamen. Botter geev dat kuum, avers Melk. Man kreeg avers bloots een poor Liters Melk. Sü un as`n vertellt, hefft sik anstelligt Lüüd ehr Reedschop to`n bottern sülms trecht boot. Un so`n Botterfatt is hier afbild. 

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Links, das ist ein kleines Butterfass und rechts, das ist ein Käsesieb. In der schlechten Zeit während und nach dem Kriege musste sich jeder selber versorgen. Butter gab es kaum, aber Milch. Man bekam aber nur einige Liter Milch. So bauten, wie man mir erzählte, sich geschickte Leute Buttergeräte für geringe Milchmengen. Ein solches Butterfass ist hier abgebildet.  
32. Uraltes Bollener Siegel

Dütt Segel von de Gemeende Bollen hett Manfred Beneke an den Heimaatvereen weggeven. Up dat Segel steiht: „Gemeinde Bollen Amts Achim“. So wat vör hunnertunföftig Johren, genau achteihnhunnertuntweeunföftig, hefft se ut dat Gohgericht Achim dat Amt Achim makt. Na de Gebietsreform von de Preußen von achteihnhunnert-unfifeunachtig köm een Deel von`t Amt Otterbarg un dat Achim tohope to`n „Kreis Achim“. 

Dat Segel von de Gemeende Bollen stammt ut de Tiet von 1852 bis 1885 un is somit 120 bit 150 Johren old.

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Dieses Siegel der Gemeinde Bollen hat Manfred Beneke dem Heimatverein geschenkt. Auf dem Siegel steht: Gemeinde Bollen Amts Achim. Vor etwa 150 Jahren, genau 1852, wurde aus dem Gohgericht Achim das Amt Achim. Nach der preußischen Gebietsreform von 1885 wurde ein großer Teil des Amtes Ottersberg und das Amt Achim zum „Kreis Achim“ zusammengelegt.

Das Siegel der Gemeinde Bollen stammt demnach aus der Zeit von 1852 bis 1885 und müsste somit 120 bis 150 Jahre alt sein.  

33. Ladenkasse Stolte

Dat hier is de erste Ladenkaß von de Firma Stolte. An´n föften Januoor Achteinhunnerteenunnegentig gründ de Slosser – un Smeedmeester Hermann Stolte den Bedrief, de doomals noch in`e Bremer Straße to huus wör. Negentein hunnertunfief  töög de Bedrief in de Bahnhofstraße, hüdigendaags heet se Zum Achimer Bahnhof. Ut düsse Tiet stammt ok de hier afbild Kaß. De Familie Stolte hett düsse Kaß an`n Heimaatvereen Achim weggeven.  

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Das war die erste Ladenkasse der Firma Stolte. Am 5. Januar 1891 gründete der Schlosser – und Schmiedemeister Hermann Stolte den damals noch in der Bremer Straße ansässigen Betrieb. 1905 zog der Betrieb in die Bahnhofstraße, heute Zum Achimer Bahnhof, um. Aus dieser Zeit stammt auch die hier abgebildete Ladenkasse. Sie ist somit über 100 Jahre alt. Die Familie Stolte hat diese Kasse jetzt dem Heimatverein Achim geschenkt.  
34. Spielzeug: Margarinefiguren

Na`n Krieg geev dat Biller to`n Sammeln, Karl Mai be Onno Behrens Tee, Biller von Tieren bi de Margarine Firma „Holsteins Sieg“ avers ok Figurn to`n Sammeln. Hier sünd enkelte  „Margarine Figurn“  afbild, kloor dat de nich ut Margarine sünd. Dormit kann`n Städte boen or`n Buurhoff, Tiergoorn un mennig mehr. Ok hüdigendaags speelt de lütten Kinner geern mit düsse Figurn. Dor lat se Playmobil, Lego un Co. inn`n Schrank legen.

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Nach dem Kriege gab es Sammelbilder, Karl Mai von Onno Behrens Tee,  Tierbilder von der Margarine Firma „Holsteins Sieg“ aber auch Sammelfiguren. Hier sind einige der „Margarine Figuren“, die natürlich nicht aus Margarine sondern aus Plastik sind, abgebildet. Man kann damit Städte „bauen“ oder Bauernhöfe, Zoos und vieles mehr. Auch heute spielen die kleinen Kinder noch gern mit diesen Figuren. Da bleiben Playmobil, Lego und Co. Im Schrank liegen.

35. Fidibus

Dat is`n elektrischen Fidibus.

As to´n Enne von`n Krieg de Rietsticken jümmer knapper wörn, het sik een Keerl, den wi nich kennt, düssen Fidibus utdacht. Un so funkschoniert dat: Keeneen stickt dat Gerät in de Steckdoos (draff`n hütigendaags nich mehr doon), tunkt den Wattebuusch, de sik an`n Stöpsel, de dorneben liggt, in Sprit un ratscht den mit`n Stöpsel över de Spiral in den Fidibus. De Funken spreiht un de Watte fangt an to brennen. Mit dütt Füer kann`n denn dat Holt in`n Aven or`n Tallilicht ansticken. Düssen Fidibus hett Volkmar Lohman ut Emsen an`n Heimaatvereen afgeven.

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Das ist ein elektrischer Fidibus.

Als zum Kriegsende die Streichhölzer zum Feuer anmachen knapp wurden, hat ein uns Unbekannter diesen „Fidibus“ erfunden. Und so funktioniert diese Erfindung: Man steckt das Gerät in eine Steckdose (heute nicht mehr zulässig), taucht den Wattebausch, der sich an dem danebenliegenden Stöpsel befindet, in Benzin oder Spiritus und ratscht dann mit diesem Stöpsel über eine Spirale in dem Fidibus. Die dann entstehenden Funken entzünden das Benzin in dem Wattebausch. Mit diesem Feuer kann man dann das Ofenfeuer oder die Kerzen anzünden. Volkmar Lohmann aus Embsen hat diesen Fidibus (Feueranzünder) dem Heimatverein geschenkt.
36. Armband für eine Uhr

Dat is`n Armband för eene Uhr.

Volkmar Lohmann, von em het de Heimaatvereen dütt Armband schenkt kregen, vertellt, dat`t um Negenteihnhunnert noch keene Armbanduhren gev. De Mannslüüd harrn de Taschenklock un de Froonslüüd bammeln sik de Uhr um`n Hals. Düsse Kettenuhr kunnen dortomals in dat Armband, wat`n hier sütt, inlegen und dana de Uhr um`n Arm binnen. Later gev dat denn de Armbanduhren.

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Das ist ein Armband für eine Uhr.

Volkmar Lohmann, von dem der Heimatverein dieses Armband geschenkt bekam, erzählt, dass es um 1900 noch keine Armbanduhren gab. Die Männer hatten ihre Taschenuhren und die Frauen trugen die Uhren an einer Kette um den Hals. Diese Kettenuhren konnte man damals in das hier abgebildete Armband einlegen und dann die Uhr am Arm tragen. Später kamen dann die Armbanduhren auf.
 

37. Lotto

In een Kist hett Klaus Bischoff von`n Heimaatvereen dütt Lotto Speel funnen. Wi ji up dat Bild seht, besteiht dütt Speel ut Koorten mit Tallen dorup, un lütte Holtschieben ok mit Tallen jüst so as up de Koorten in`n lütten Linnenbütel. Up de Speelregeln kann sik Bischoff nich mehr so recht besinnen. To Anfang von dat Speel kreg jeedeen von de Speelers een or mehr Koorten- dat hüng dorvon af woveel Speelers mitmöken – un de Holtschieben kömen in`n Bütel. Ut düssen Bütel töög denn de Baas von de Speelers na un na de Schieben. Wokeen de upropen Tall up seine Koorten harr, möss sik mellen un kreeg denn düsse Tall un pack de up siene Koorten. Keeneen toerst sien Koorten full harr, harr wunnen.

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In einer Kiste entdeckte Klaus Bischoff vom Heimatverein dieses Lotto Spiel. Wie auf dem Bild zu erkennen, besteht dieses Spiel aus Karten mit Zahlen, kleinen Holzscheiben die mit denen auf den Karten identisch sind und einem kleinen Leinenbeutel. Wie die Spielregeln sind, daran kann sich Bischoff nicht genau erinnern. Zu Spielbeginn bekam jeder Spieler eine oder mehrere Karten – hing von der Zahl der Mitspieler ab-, die Holzscheibchen mit den aufgedruckten Zahlen kamen in den Beutel. Aus diesem Beutel zog dann ein Spielleiter nach und nach die Scheibchen. Wer die aufgerufene Zahl auf seiner Karte hatte, meldete sich und erhielt dann diese Zahl und legte sie auf seine Karte. Wer zuerst seine Karte voll hatte, der hatte gewonnen oder?  

38. Gewichte

Dat sünd Wichten to`n afwegen von Woren. Avers worüm sünd düsse Wichten ut Pozlaan? Na`n eersten Weltkrieg wöör dat Metall knapp. So hefft se de Wichten ut Pozlaan maakt un de denn mit Blee upfüllt. Wi seggt`n doch schöön: „ Man mut sik nur to helpen weeten“

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Das sind Gewichte zum Abwiegen von Waren. Aber warum sind diese Gewichte aus Porzellan? Nach dem 1. Weltkrieg waren Metalle knapp. So stellte man Gewichte aus Porzellan her, die mit Blei gefüllt wurden. Wie heißt es doch so schön: „Not macht erfinderisch“.

39. Stempeluhr

To`n Anfang von 2008 hett Horst Detlefs den Achimer Heimaatvereen düsse Klock von „Riekes Hönnigkookenfabrik“ schenkt. As de Fabrik neigenteihnhunnertunachunsöbentig dicht mök, hett de Detlefs düsse Klock ut dat Fabrikgebüde „An der Eisenbahn“ rutholt. De Heimaatvereen hett de Klock wedder up Schick brocht un se steiht nu in`t Clüverhuus. Use Maten Elke Völkel un Ursel Minnermann holt de Stempelklock fast, dormit ji ok`n Bild to sehen kriegt.  

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Anfang 2008 erhielt der Heimatverein Achim diese Stempeluhr aus der ehemaligen „Riekes Honigkuchenfabrik“ von Horst Detlefs geschenkt. Herr Detlefs hat diese Uhr 1978, als die Fabrik geschlossen wurde, aus dem damaligen Firmengebäude „An der Eisenbahn“ geholt. Die Uhr wurde vom Heimatverein restauriert und befindet sich jetzt im Clüverhaus. Elke Völkel und Ursel Mindermann (rechts) halten die Stempeluhr im Dachgeschoss des Clüverhauses für ein Foto fest.

40. Spatzenfalle

As noch Krieg wör un ok dorna gev dat kuum wat to`n Eten. Sparling un Müüs freten allens wat up de Felders un in`n Goorn wöss un wat inlagert wöör. Ik meen, deGemeinden hefft 5 Penn för`n greepen Sparling or dote Muus betahlt. As Kinner harrn wi us een Sparlingsfalln  ut`n Kotüffelkorw bogt. Wi harrn twee Arten. Bi de erst stelln wi`n Knüppel unner den Korw un düssen tröcken wi weg mit`n Schnuur, so sik een or mehr Vagels dat Foor unner de Kiepen tomöte föhrten. Bi de tweete Art löten wi de Schnuur eenfach los un de Vagel wör fungen. Wi sik doch de Tieten ännert. Vör good sößtig Johren gev dat för`n doten Spatzen or Sparling Moneten un hüdigendags hett de sik so rar makt, dat et em mancherorts gornich mehr gift.

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Während des Krieges und auch danach waren Lebensmittel knapp. Spatzen und Mäuse fraßen was auf den Feldern und in den Gärten wuchs und was eingelagert war. Ich glaube die Gemeinden zahlten damals 5 Pfennig für einen gefangenen Spatz oder tote Maus. Als Kinder hatten wir uns eine Spatzenfalle aus einem Kartoffelkorb gebaut. Es gab zwei Varianten. Bei der ersten wurde ein Stock unter einen Korb gestellt und dieser wurde mit einer Schnur weggezogen, wenn sich ein oder mehrere Vögel über das Fressen unter dem Korb hergemacht hatten. Bei der zweiten Lösung wurde das Seil am Korb einfach losgelassen und die Vögel waren gefangen. Wie sich doch die Zeiten ändern. Vor gut 60 Jahren bekam man für einen toten Spatzen oder Sperling Geld und jetzt ist dieser Vogel so selten, dass er an manchen Orten kaum noch anzutreffen ist.

41. Schinkentellerbord

Wat`n doch so allens in Speermüll finnen kannst. Vör enigen Johren hefft wi dütt Deel in Bieren in`n Hupen von Speermüll funnen. Dat is`n Schinkentellerboort. De Utdruck Schinkentellerboort is all watt afsünnerlich. Egentlich hefft se „hölten Tellerboort“, wat so veel heet as`n Boort für hölten Tellers,  to dütt Stück Möbel seggt. Wenn`n hüdigendaags een Schinkenbroot bestellt, bekummt`n dat faken up`n hölten Teller vörsett. Womööglich hett de Gaststeed ook noch so`n Schinkentellerboort in de Köök hangen. In de Löcker von`n ünneren Deel kömen de hölten Löpels rin.  

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Was man doch so alles im Sperrmüll finden kann. Vor einigen Jahren wurde dieser Gegenstand in Bierden im Sperrmüllhaufen gefunden. Es ist ein Schinkentellerbord. In die Löcher im unteren Teil dieses Bordes werden die Holzlöffel gesteckt. Der Begriff Schinkentellerbord ist schon etwas Besonderes. Normalerweise wurde dieses Möbelstück „hölten Tellerboort“, also ein Bord für Holzteller, genannt. Wenn man heute ein Schinkenbrot bestellt, bekommt man dieses häufig auf einem Holzteller serviert. Vielleicht hat die Gaststätte ja auch noch so ein Schinkentellerbord in der Küche hängen. In die Löcher im unteren Teil wurden die Holzlöffel gesteckt.

42. Malerdekorrolle

Keene en kennt noch de witt kalkten Wänne, up de achteran farbige Muster mit`n Farvruller upbrocht hefft? Wenn de Wänne witt streken wöörn, trögg de Maler 5 Zentimeters unnerhalf von de Decke mit een Snoor (Snoorslag) eene  Lienje an de dat Muster ennen scholl.Up de Fläche twüschen Snoorslag un Decke hefft se Poppier klevt. Dorna nehm de Maler sienen Rullenapperaat, in de he een Dekorrull insett har un roll dormit von boben na ünnen dat wünschte klöörte Muster up de Wand.Is doch kloor dat`n vörher Farv infüllen möss. Scholl de Wand bunt weern, möss`n na un na mit ünnerscheedlich Rullen un Farv överrullen. För den Afschluss gev dat Rullen um Borde und Fries up de Wand to bringen. Wenn se ohle Hüüser wedder herrichten wöllt, wendt se hüdigendaags düsse Rullen ok noch an. Düsse Dekorruller hett de Malermester Fritz Buschman an`n Heimaatvereen schenkt.  

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Wer erinnert sich noch an die weiß gekalkten Wände, die mit einem Farbroller anschließend mit farbigen Mustern versehen wurden? Nachdem die Wände weiß gestrichen waren, zog der Maler mit einer Schnur (Schnurschlag) etwa 5 Zentimeter unter der Decke eine Linie an der das Muster enden sollte. Die Fläche zwischen Schnurschlag und Decke wurde dann mit Papier abgeklebt. Danach nahm der Maler seinen Rollenapparat, in den er eine Dekorrolle einsetzte und rollte damit von oben nach unten das gewünschte farbige Muster auf die Wand. Natürlich musste erst Farbe eingefüllt werden. Sollte die Wand bunt werden, rollte man nach und nach mit verschiedenen Rollen und Farben die Wände. Als Abschluss gab es Rollen um Borde oder Friese herzustellen. Bei Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden werden diese Rollen heute noch verwendet. Diese Dekorroller hat der Malermeister Fritz Buschmann dem Heimatverein geschenkt.

43. Zollstock

Geev mi mal den „Tollstock“ röver, so secht`n ehr, as geev mi mal den „Meterstock“ röver. Dat metrische System gilt erst siet 1881 in dat Düütsche Riek. Vörmaals geven dat „Messtöck“ up de een Siet mit Tollangaben un up de anner Siet Metertallen. Dat konnst fein bruken. Denn up`n Bo hefft se de Läng von de Nagels, liekers ok de Afmessung von dat Holt in Toll angeven. To`n dreetoller Nagel seggt`n hüdigendaags sebenziger Nagel to. För`n Footbodden hefft se meistens „töllige“ Breer verwend. Vertackt wöör`n  de unnerschidlichen Läng bi de Tollmate in de enzelten Länner.In Hamboorg wöör`n Toll 2,28 Zentimeter lang. De Unnerschied to`n hannoverschen Toll wör`n halven Millimeter. 2,65 Zentimeter wöör de Toll in Preußen lang. . Den klassische Toll in England hefft se mit 2,54 cm umrekent. Twölw Toll wöör`n överall een Foot, avers unnerschiedlich lang.

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Gib mir bitte den „Zollstock“ her, so hört man öfter als gib mir mal den „Meterstock“ her. Das metrische System gilt erst seit 1881 im Deutschen Reich. Früher gab es „Messstöcke“ mit Zollangaben auf der einen und Meterzahlen auf der anderen Seite. Das war sehr praktisch. Denn auf dem Bau wurden Nägel, aber auch Holzabmessungen noch lange Zeit in Zoll angegeben. Ein Dreizollnagel entspricht heute einem 70er Nagel. Als Fußbodenbretter wurden meistens „zöllige“ Bretter verwendet. Schwierig waren die unterschiedlichen Längen der  Zollmaße in den einzelnen Ländern. In Hamburg entsprach ein Zoll 2,38 Zentimeter. Der Unterschied zum hannoverschen Zoll betrug einen halben Millimeter. 2,65 Zentimeter betrug das Zollmaß in Preußen. Der klassische Zoll in England wird mit 2,54 cm umgerechnet. Zwölf Zoll waren aber überall ein Fuß, aber immer verschieden lang.

44. Bierflasche "Ahlers"

In`t Archiv vo`n Achmer Heimaatvereen gift dat düsse Buddel up de to lesen ist „Heinr. Ahlers Achim“. Wie old düsse Buddel is, kunnen wi nich faststellen. Öller as achunneigenzig Johr is se awers nich, de Beerverlag Ahlers, hüdigendaags „Getränke Ahlers“, is 1910  von Heinrich Ahlers, den Opa von`n hüdigen Baas Bernhard Henze, gründ`t wurrn. Fröher hefft se dat Beer nich blots in Kruken verköfft, sünnern ok in so`n Buddels. Bernhard Henze kann sik noch dorup besinnen, as he mit sien Opa Beer in düsse Buddel affüllt het. Hüdigendaags verslut se de Buddels mit Kronenkorkens un Bluppversluß, de Versluß von düsse Buddel harr noch`n Stöpsel mit`n Gewind.

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Im Archiv des Achimer Heimatvereins befindet sich diese Bierflasche mit der Aufschrift „Heinr. Ahlers Achim“. Wie alt diese Flasche ist, wurde noch nicht ermittelt. Sie ist aber nicht älter als 98 Jahre, denn der Bierverlag Ahlers, heute “Getränke Ahlers“, wurde 1910 von Heinrich Ahlers, dem Großvater des heutigen Besitzers Bernhard Henze, gegründet. Früher wurde das Bier nicht nur in Krügen verkauft, sondern auch in solchen Flaschen.  Bernhard Henze erinnert sich noch daran, als er mit seinem Opa Bier in diese Flachen abgefüllt hat. Während heute die Flaschen mit Kronenkorken oder Klappverschlüssen verschlossen wird, hat der Verschluss dieser Bierflasche einen Stöpsel mit Gewinde.

45. Heidequast

Mit düssen Heidquest, de, wenn he neet is so bi twintig Zentimeter lang is un ut Heidekruut besteiht, dat mit Draht tohopebunnen is, hefft se fröher Kochpötte sauber makt. Hüte nähmt se dorto Pottswämm. Mine Oma, so seggt Klaus Bischoff, hett noch Schüürsand bito dahn, wenn in`n Pott wat anbrennt wör. Mit düssen Sand, den ik ut us Sandkist halt heff, Water un den Heidquest kreg se den jeden Dreck in`n Pott weg. Mit de Pottswämm, de dat hüte gifft un in de noch Reinigungsmittel inne sünd, krigt`n de Pötte aver flinker rein. Kofft hefft se de Heidquesten in de Geschäften aver ok bi Händlers up Reisen.

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Mit diesem Heidequast, der neu etwa 20 Zentimeter lang ist und aus Heidekraut besteht, das mit Draht zusammengebunden ist, hat man früher Kochtöpfe gereinigt. Heute nimmt man dazu Topfschwämme. Meine Oma, sagt Klaus Bischoff, nahm zusätzlich noch Scheuersand, wenn im Topf etwas „angebrannt“ war. Mit diesem Sand, den ich aus unserer Sandkiste holte, Wasser und dem Heidequast oder auch Heidequest genannt, konnte sie jeden Schmutz im Topf beseitigen. Mit den heutigen Topfschwämmen, die zusätzlich noch mit einem Reinigungsmittel versehen sind, werden die dreckigen Töpfe aber schneller sauber. Man kaufte diese Heidequasten in Geschäften, aber auch von reisenden Händlern.

46. Sahm`s Einkochkrug

Wenn wi von Inkaken spreekt, denkt wi tomeist an „Weckglöös, Rillenglöös“ un anner Marken von Inkagglöös. De Heimaatvereen Achim hett`n Kroog, up den steiht to lesen: „Sahm`s Einkochkrug –2 Liter – Gesetzlich geschützt“. Bloots de passende Deckel dorto fehlt. In düssen Kroog, so vertellt öllere Lüüd, hefft se jüst so as mit de Inkagglöös „inweckt“. Faken hefft se nich von „Inkaken“ sünnern von „Inwecken“ snakt. Hüüdigendaags ward nich mehr soveel inkagt, is dat Infreern doch bannig lichter.

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Wer vom Einkochen spricht, denkt meist an „Weckgläser, Rillengläser“ und andere Marken von Einkochgläsern. Beim Heimatverein Achim befindet sich ein Krug, auf dem zu lesen ist: „ Sahm´s Einkochkrug – 2 Liter – Gesetzlich geschützt“. Leider fehlt der dazugehörige Deckel. In diesem Krug, so berichten ältere Leute, wurde genau so wie mit den Einkochgläsern „eingeweckt“. Oft wurde nicht vom „Einkochen“ sondern vom „Einwecken“ geredet. Heute wird viel weniger eingekocht, ist das Einfrieren doch viel einfacher. 

47. Murmelspiel

Jeedeen von us har`n Marmelbüdel bi sik, wenn wi bi 1950 to`n speeln na buten güngen. Bi`t Marmelspeel mössen een mit veel Doppgefööl Marmels in een lütte Kuhln schuben. De Kuhln harrn wi mt`n Hacken von den Schoo in`n Sandbodden dreiht. As wi denn de Afwurflinje ok mit`n Hacken anteeken harrn, kunnt Spell losgahn. Elkeen Speeler droff dree Klunker na`n Lock hen smieten un keeneen sein Klunker an dichsten an`t lock smeeten harr, dröff mit dat Inlocken loslegen. Wenn he dat Lock nich drööp, schööf de neegst schööf siene Marmel in`t Lock. Keeneen de lest Marmel in`t Lock schubste, de kreeg all de Klunker, de in dat Lock leegen. To Marmel hefft wi ok Klicker or Schusser seggt. Ansonsten geev dat laters neven de Tonklunkers ok Marmels ut Glas. Egenlich mössen up Hochdüütsch Marmels seggen, den man vermod, so sik dat Woort von Marmelsteen afleid. Hüdigendaags kennt de Gören dütt Spell kuum noch. Wi scholln se ok mit den Hacken von de Schoo dat Lock dorto herstelln.  

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Jeder von uns hatte einen Murmelbeutel bei sich, wenn wir um 1950 zum Spielen nach draußen gingen. Beim Murmelspiel wurden mit viel Fingerspitzengefühl Murmeln in eine kleine Kuhle geschoben. Die Kuhle hatten wir mit dem Schuhhacken in den Sandboden gedreht. Nachdem die Abwurflinie ebenfalls mit dem Hacken angezeichnet war, konnte das Spiel beginnen. Jeder Spieler durfte drei Kugeln in Richtung Loch werfen und wer seine Kugel im Loch oder am dichtesten platziert hatte, durfte mit dem Einlochen beginnen. Wurde das Loch verfehlt, schob der nächste die Murmeln ins Loch. Wer die letzte Murmel oder Marmel ins Loch schubste, bekam alle Kugeln, die sich im Loch befanden. Murmeln wurden auch Klicker oder Schusser genannt. Neben den Tonmurmeln gab es später auch Glasmurmel. Eigentlich müsste es Marmel heißen, denn es wird vermutet, da sich das Wort von Marmor ableitet. Heute kennen die Kinder dieses Spiel kaum noch. Wo sollten sie auch mit dem Schuhhacken das erforderliche Loch herstellen?

48. Besenbinden

„Nee Bessen kehrt goot“, so seggt dat Sprickwoort. Doch wat hett düsse Spruch mit dat hier afbildt Reedschop to doon? Bannig Veel, so as up dat Bild to sehn, weerd de Barkenrieser mit düsset Reedschop tohope presst un dorna mit upsneern Wiedenroden, mit Draht un Sackband ut Sisaal tohopebunnen. Uplest weerd de Riesers jüst so as bi`n Rükebusch afsneern. Am End ward de höltern Steel in dat tohope bunnene Rieserbünnel rinstött, dorto ward de Steel up`n Bodden stött. Fardig is de Bessen un wie seggt`n: „Nee Bessen kehrt goot“.  

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„Neue Besen kehren gut“, so heißt ein Sprichwort. Doch was hat dieser Spruch mit dem hier abgebildeten Gerät zu tun? Sehr viel, denn wie auf dem Bild zu sehen, werden die Birkenreiser mit diesem Gerät zusammengepresst und anschließend mit aufgeschnittenen Weidenruten, mit Draht und Sackband aus Sisal zusammengebunden. Anschließend werden die Enden der Reiser wie bei einem Blumenstrauß abgeschnitten. Zum Schluss wird der Holzstiel in das zusammengebundene Reisigbündel gestoßen, in dem man den Stiel auf den Boden stößt. Fertig ist der Besen und wie gesagt: „Neue Besen kehren gut.“  

 

49. Tragejoch

Dat is`n Jück mit twee Ammers, wo se de Melk na`n Melken von de Wisch to`n Hoff  brocht hefft. Dat wöör nichtens so eenfach, de Melk ohn dat se överschwappt is na Huus to bringen. Dormit de Melk nich so licht överschwappt, packte man ok lütte, rein Breder baben up de Melk. Wokeen kennt nich Hummel, den Waterdräger ut Hamborg? Bloots dat de Hummel keen Melk sünners Water sleppt hett.  

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Das ist ein Tragejoch mit zwei Eimern, in denen die Milch nach dem Melken von der Weide zum Hof gebracht wurde. Es gehörte schon eine gehörige Portion Geschicklichkeit dazu, die Milch ohne „überschwappen“ nach Hause zu bringen. Damit die Milch nicht so leicht überschwappte, legte man auch kleine, saubere Brettstücke oben auf die Milch. Wer kennt nicht Hummel, den Wasserträger, aus Hamburg. Nur dass der Hummel keine Milch, sondern Wasser transportierte.

50. Flatterhut

Gegen de heete Sommersünn schütten sik dotomals de Froonslüüd mit`n Fladderhoot. Den Fladderhoot hefft se ut lichten Stoff so grood neiht, dat he dat gesicht un de Schullern vör Sünnenstrahlen schütten dö. Mit`n Band ut`n sülbigen Stoff hefft se düssen Hoot unnern Kinn tohopeholen. Anna Otten ut Uesen, dat is`n Ortsdeel von Achim, hett vör enigen Johren twee Fladderhööt  för`n Achimer Heimaatvereen neiht. Up`nDagböön von`t Clüverhuus, dor hett de Vereen sien Quarteer, hett Froo Heidelberger den Hoot upsett. Un bumsens wör ok een Fotgraf to Steer un hett dütt Foto schaten.  

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Gegen die heiße Sommersonne schützten sich früher die Frauen mit einem „Flatterhut“. Der Flatterhut wurde aus leichtem Stoff so groß genäht, dass er das Gesicht und die Schultern vor Sonnenstrahlen schützte. Mit einem Band aus dem gleichen Stoff wurde dieser Hut unter dem Kinn zusammengehalten. Anna Otten aus Uesen, das ist ein Ortsteil von Achim, hat vor einigen Jahren zwei Flatterhüte für den Achimer Heimatverein genäht. Auf dem Dachboden des Clüverhauses, da hat der Verein sein Quartier, probierte Frau Heidelberger den Hut auf. Schon war ein Fotograf zur Stelle und schoss dieses Foto.

51. Nagelkreuz
eisernes Kreuz

In de Tied von`n ersten Weltkrieg harr`n de Minschen fas nix, wat se to`n leven brukten. 1915 hefft se in Achim een iesern Krüüz upstellt. Börger, Verenen un annere Köppel kunnen in düsse holten Platte Nagels inslaan. Tovör mössen se twoors spennen. Iesern Nagel för 50 Penn, sülvern to 5 Mark, sülvern Nagel mit Namen för 10 Mark un Verenen spennen 20 Mark. De Spennen kregen de Familien in dat Karkspeel Achim, de in Not wöörn. Bit December 1915 kömen 4 000 Mark an Spennen tohope. Utdacht hefft de Kreisboomester Engelhardt un de Kunstmaler Flinz dütt iesern Krüüz. Herstellt hett dat`n belgischen Kriegsgefangenen ut dat Lager Böögermoor. Hüüd hangt dat Nagelkrüüz in`t Clüverhuus to Achim.  

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Während des ersten Weltkrieges fehlte der Bevölkerung fast alles zum Leben. 1915 wurde in Achim ein eisernes Kreuz aufgestellt. Bürger, Vereine und andere Gruppen konnten in diese Holzplatte Nägel einschlagen. Vorher mussten sie allerdings spenden. Eiserne Nägel für 50 Pfennig, silberne zu 5 Mark, silberne Nägel mit Namensgravur für 10 Mark und Vereine spendeten 20 Mark. Die Spenden erhielten Not leidende Familien im Kirchspiel Achim. Bis Dezember 1915 kamen 4000 Mark an Spenden zusammen. Entworfen haben der Kreisbaumeister Engelhardt und der Kunstmaler Flinz dieses eiserne Kreuz. Die Bildhauerarbeit wurde von einem belgischen Kriegsgefangenen aus dem Lager Badenermoor ausgeführt. Heute hängt dieses Nagelkreuz im Clüverhaus in Achim.

52. Zichoriendose

In düsse Dös ut de Tiet um 1850, so old meen een Koffeekenner is düsse Pappschachel, füllen fröher de Lüüd ehren Landkoffi, so se up Reisen güngen. Düssen falschen Koffi hefft se ut de Wuddeln von`n Kruut wat wi Salat utsüt wunnen. De Wuddeln hefft se röst un mahlen un denn, jüst so as hüte den Koffi, upbrüht. To Anfang nöhm man bloots dat Mehl von de Zichorie, later  hefft se Zichorie mit röstern Koorn un anner Todaden, as Molt, Fiegen, Eckern, Bookeckern un anner Tüg tohope mischt. In all düsse Todaden is keen Koffein, sü un so hefft se to düssen Koffi ok flaschen Koffi seggt, mennigeen kenn dat ok noch as „Muckefuck“. Mag wesen dat Muckefuck ut`n franzöösch kummt, dor seggt to falschen Koffi „Mocca faux“. In de DDR, bi de Koffisassen, hefft se düssen falschen Koffi „Erichs Krönung“ nennt. Up`n Deckel steiht: Reusch & Schulz, Feinster Hermann Caffee, Braunschweig – up de Dös: Hermann – Cichorien.

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In diese Dose, aus der Zeit um 1850, so alt schätzte ein Kaffeefachmann diese „Pappschachtel“,  füllten früher die Leute ihren Landkaffee, wenn sie auf Reisen gingen. Dieser Kaffeeersatz wurde aus den Wurzeln eines salatähnlichen Gewächses gewonnen. Die Wurzeln wurden geröstet und gemahlen und dann, wie heute der Kaffee, aufgebrüht.  Ursprünglich nahm man nur das Mehl der Zichorie, später wurde Zichorie mit geröstetem Getreide und anderen Zutaten, wie Malz, Feigen, Eichel, Bucheckern und anderem gemischt. Alle diese Zutaten enthalten kein Koffein, deshalb nannte man diesen Kaffee auch Kaffeeersatz, vielen auch noch als „Muckefuck“ bekannt. Vielleicht kommt dieser Ausdruck aus dem Französischen nämlich „Mocca faux“, falscher Kaffee. In der DDR, bei den Kaffeesachsen, wurde dieser Kaffeeersatz unter dem Namen „Erichs Krönung“ geführt. Auf dem Deckel steht: Reusch & Schulz, Feinster Hermann Caffee, Braunschweig – auf der Dose: Hermann – Cichorien.

53. Brennhexe  To`n End von Krieg un dorna, as all Huushoolt Lüüd de flücht wöörn upnehmen mossen, geev dat nich noog Heerden um dat Eten för all de Lüüd to kaken. Dorto kööm noch, dat de Flüchtlinge „fremde Lüüd“ weern un man düsse Minschen nich jümmers bi sik in de Köök hebben woll.To düsse Tiet köm de Brennhex up. Se wöör ut eenfach Blick makt un sodenn in de Zimmers stellt. Een Anschluss för`n Schossteen wöör nich nödig. In de Schief von`t Finster hefft se een Lock rinsneern un dat Aftreckrohr von de Brennhex dör dütt Lock na buten föhrt.

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Zum Kriegsende und nach dem Kriege, als alle Haushalte Flüchtlinge aufnehmen mussten, gab es nicht genug Kochherde um das Essen für alle zuzubereiten.  In dieser Zeit kam die Brennhexe auf. Sie wurde aus einfachem Blech hergestellt und dann in den Räumen aufgestellt. Ein Schornsteinanschluss war nicht notwendig. Es wurde ein Loch in die Fensterscheibe geschnitten und das Abzugsrohr der Brennhexe durch diese Öffnung nach außen geführt. 

54. Zimmerklo De öllern unner us besinnt sik noch an düsse Saak as „Aftritt för`t Zimmer. As  se noch keen Waterklosett harrn un man sien Geschäft upp`n „Donnerbalken“ buten uppen Hoff verrichen moss, geev dat för`s Nachens  un kladderige Lüüd een Lokus in`n Zimmer, in de Slaapkamer is doch kloor. Hierup möök man nachens sien Geschäft un an morgens hefft se den Ammer, de unner dütt Sitzgestell stunn, in de Jauchekuhln utkippt.

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Die „ältere Generation“ wird sich noch an diesen Gegenstand als „Zimmerklo“ erinnern. Als es noch kein Spülklosett gab und man sein „Geschäft“ auf dem Donnerbalken außerhalb des Hauses verrichten musste, gab es für nachts und kranke Leute ein Klo im Zimmer, im Schlafzimmer natürlich. Hier verrichtete man nachts sein Geschäft und am Morgen wurde der Eimer, der unter diesem Sitzgestell stand, in die Jauchegrube entleert.

55. Kohlschneider 

As se düsse Reedschop bien Heimaatvereen Achim afgeven döön, wüss`n dor nich woto düsse Maschin brukt wöör. To`n Wittkohl sniern verklookfiedeln öllere Maten. De Kohlkopp ward in de Mulden ut Zinkblick legt un un dann waard mit den Dreiherl dat Mess to`n Sniern dreiht. Jüst so as wi bie een Schnippelmaschin för Bohnen.

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Als dieses Gerät beim Achimer Heimatverein abgegeben wurde, wusste man dort nicht, wofür diese „Maschine“ gedacht war. Zum Weißkohl schneiden, erklärten ältere Mitglieder. Der Kohlkopf wird in die Mulde aus Zinkblech gelegt und dann mittels der Kurbel die Schneidmesser gedreht. Ähnlich wie bei einer Schnippelmaschine für Bohnen.

56. Sichel Um groote Grasflachen to meihen heft se eene Seßel nahmen. Lütt Lüüe bruken to`n Grasmeihen för de Kanienken eene Sichel. (Up Platt ok Seßel nennt). Dat Handling is bi Seßel un Sichel liek. De Ünnerscheed is de Längde von`n Steel, Greep un Snied. De Snied ward mit`n Gniedelsteen scharp makt. Faken mussen vörher de Snied noch kloppen (dengeln). Bi`n Kloppen (Dengeln) weerd de uneven Stelln von de Snied mit`n Dengelhamer besietigt. Hüdigendaags  weerd Seßel un Sichel kuum noch brukt.

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Um große Grasflächen zu mähen verwendet man eine Sense. Der kleine Mann benutzt zum Grasmähen für Kaninchen eine Sichel. Die Handhabung ist bei Sense und Sichel ähnlich. Der Unterschied ist die Länge des Stieles, des Griffes und der Schneide. Die Schneide wird mit dem Wetzstein geschärft. Oft muss zuvor die Schneide noch gedengelt werden. Beim Dengeln werden die Unebenheiten der Schneide mit einem Dengelhammer beseitigt. Heute werden Sense und Sichel nur noch sehr selten benutzt

57. Strohschneider Bevör dat et Strohsnieder ut Metall gev, hefft se dat Stro to`n Instrein för de Tiere mit düt Reedschop up so wat bi dartig Zentimeters Längde sneden. Dat Stro hefft se in de Gavel leggt un denn mit`n Seselblatt tosneden.

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Bevor es Strohschneider aus Metall gab, wurde das Stroh zum Einstreuen der Tiere mit diesem Gerät auf etwa 30 Zentimeter Länge geschnitten. Das Stroh wurde in die Gabel gelegt und dann mit einem Sensenblatt zugeschnitten.

58. Babywanne To welke Tied se düsse Wann brukt hefft weet wi nich. Se kummt ut dat Huus Weidenhöfer bi de Achimer Windmöhl. De Stellage is ut Holt un de Wann besteiht ut een emailjierte Schaal.

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Wann diese Babywanne benutzt wurde ist nicht bekannt. Sie stammt aus dem Haus Weidenhöfer neben der Achimer Windmühle. Das Gestell ist aus Holz und die Wanne besteht aus einer emaillierten Schale

59. Leinenballen für die Braut Ut Flaß ward Linnen. Un dat hier is wat dor bi rutkummt, een Linnenballen. So`n Ballen  kregen de Brutens mit in de Utstüür un so hefft se de Linnenballen ok verköfft. Tohopeholen ward de Ballen dör dree lütte Knütten, de de nicht apenmaken kannst. Een Ballen mit Knütten hefft se vörher nich opdoon, he is originaal verpackt. Dat wat`n dorför bruukt is de Flaßplanten, hüdigendaags kennt wi dat ok as Lienöölplanten. De Faser von de Stengels brukt se nich mehr, dorför avers de Früchten, dor presst se Ööl ut.

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Aus Flachs wird Leinen. Und das ist das Endprodukt, ein Leinenballen. Solche Ballen bekamen die Bräute mit in die Aussteuer und so wurden die Leinenballen auch verkauft. Zusammengehalten wird der Ballen durch drei kleine Knoten, die man nicht öffnen kann. Ein Ballen mit den Knoten wurde vorher nicht geöffnet, er ist original verpackt. Das Grundprodukt ist die Flachspflanze, heute auch als Leinölpflanze bekannt. Die Faser der Stängel werden nicht mehr genutzt, dafür die Früchte, aus denen Öl gepresst wird

60. Bindebaum Up de Stroh – un Hauwagens worrn to`n Fasthollen baben up dat Stroh or Hau de Binneboom „uplegt“. Um de Ennens vo`n Binneboom worrn Tau leggt un dat denn över`n Rullen fastzurrt. Dör dat rechte Upladen von`t Meihgoot un dör Binneboom un Spannrull worr dat Stroh un Hau so fastmakt dat`t bi den Transpoort över de „huckelijen“ Feldwege rutschen un tolest umkippen dö.

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Auf die Heu – und Strohwagen wurde zur Halterung oben auf dem Stroh oder Heu der Bindebaum „aufgelegt“. Um die Enden des Bindebaumes wurde ein Tau gelegt und dieses dann über eine Rolle festgezurrt. Durch das richtige Aufladen des Mähgutes und durch Bindebaum und „Spannrolle“ wurden Stroh und Heu so befestigt, dass diese während des Transportes über die „huckeligen“ Feldwege“ nicht verrutschten und letztlich umkippten

61. Egge Wenn plögt is ward de Acker eegt. Hüte hangt de Buur een or mehr Egen achtern sienen Trecker un terkrömelt den plögten Bodden. Fröer nöhm man dorto een Eeg jüst so as up dütt Bild. Bi düsse Eeg is allens noch ut Holt ok de Zacken. De Buur güng achter dat  Peerd to`n trecken un de Eeg un böör af un an düsse Eeg mit`n Holtsticken hoch. Dat wöör meist een Telgen mit`n Asgabel. Düssen Sticken hett`n Hakenstock nennt.  

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Nach dem Pflügen wird der Acker geeggt. Heute hängt der Landwirte eine oder mehrere Eggen hinter seinen Traktor und zerkrümelt den gepflügten Boden. Früher benutzte man dazu eine Egge wie hier abgebildet. Bei dieser Egge ist alles noch aus Holz auch die Zacken. Der Bauer ging hinter dem Zugpferd und der Egge hinterher und hob ab und zu diese Egge mit einem Holzstock hoch. Das war meist ein Ast m,it einer Astgabel daran. Diesen Stock nannte man Hakenstock.  

62. "Radwechsel" Düsse twee Reedschopn harr`n fröher nödig to`n Radwesseln bie`n Ackerwagen. Mit den Wagenradslötel hett`n de veerkanten Mudder, de dat Rad fasthölt, löst un dorna den Wagen mit dat Gestell, dat utsütt as`n Dreebock, anbört. Dorna konn`n dat Rad von de Assen aftrecken un dat Rad reporeeren un de Radnarf afsmeern. „Keeen got smeert, de good föhrt“ heet`n Spreekwoort. Hett`n nich to rechten Tied smeert, kunn dat wesen, dat dat Lager von`t Rad dröge woor, heet löpt un wenn`t gräsig kööm to brennen anfüng.

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Diese beiden Geräte benötigte man zum Radwechsel beim Ackerwagen. Mit dem Wagenradschlüssel wurde die vierkantige Mutter, die das Rad festhielt, gelöst und danach der Wagen mit dem „dreibockähnlichen“ Gestell angehoben. Danach konnte man das Rad von der Achse abziehen und das Rad reparieren und die Radnarbe abschmieren. „Wer gut schmiert, der gut fährt“ heißt ein Sprichwort. Wurde nicht regelmäßig geschmiert, konnte es passieren, dass das Lager trocken wurde, heiß lief  und schlimmstenfalls zu brennen anfing.

63. Dengelklotz

Fröher hefft se dat Stroh nich mit`n Meihdöscher oornt, sünners eerst mit de Sessel meiht, dona tohope harkt, to Garven bunnen, in Hocken upsett un denn mit`n Döschflögel döscht. Dat Blatt von de Seßel wöör bi`n Meihn von de Strohhalms gau stump un möss faken scharp makt weern. Ok kreeg dat Blatt von de Steens un anner Gegenständ Schoorten un Dellen. Düsse hefft se mit`n Dengelhammer utbügelt. Up dat hier afbildt Dengelisen – in `n Holtpluck -  wöör dat Seßelblatt leggt un mit`n Dengelhammer ruphaut

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Früher wurde das Getreide nicht mit dem Mähdrescher geerntet, sondern erst mit der Sense gemäht, danach zusammengeharkt, zu Garben gebunden, zu Hocken aufgesetzt und dann mit dem Dreschflegel gedroschen. Das Sensenblatt wurde durch die Strohhalme schnell stumpf und musste häufig geschärft werden. Außerdem bekam das Blatt durch Steine und andere Gegenstände Scharten und Dellen. Diese wurden mittels Dengelhammer beseitigt. Auf das hier abgebildete Dengeleisen – im Holzklotz – wurde das Sensenblatt gelegt und mit einem Dengelhammer bearbeitet

64. Wollkratze Wenn de Schapswull richtig drögt is, mut`n düsse „kratzen“. Dorto deent de „Kratzen, een Brett scharpe Hakels dorup, womit`n  mit jüst so een Brett tohope de Wull „kratzt“ ward.  Liekers gift`t för düsse Reedschop, kummt up de Gegend an, ok noch annere Namens. Düsse Naam is ut dat Book von Wilhelm Bomann „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“rutsöcht. 

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Wenn die Schafwolle fertig getrocknet ist, muss diese „gekratzt“ werden. Dazu dient die „Kratze“, ein Brett mit scharfen Häkchen besetzt, womit auf einem zweiten gleichartigen Brett zusammen die Wolle „gekratzt“ wird. Sicher gibt es für dieses Gerät, je nach Gegend, auch noch andere Begriffe. Der Begriff Wollkratze wurde dem Buch von Wilhelm Bomann, „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“, entnommen.

65. Glastragekasten

Müt düssen “Dreegkassen“ up`n Puckel trocken fröher de Glaser von Huus to Huus um de Finsterschieven intosetten. In den Dreegkassen hefft se dortomaals Finsterglas transporteert. Dünnemaals wöörn de Finsterschieven lütt un nich so „üppig“ as hüdigendaags. Up dat Bild is de Dreegkassen mit dat Glaserwarktüüg to sehn.

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Mit diesem „Tragekasten“ auf dem Rücken zogen früher die Glaser von Haus zu Haus um Fensterscheiben einzusetzen. In dem Tragekasten wurde das Fensterglas transportiert. Früher waren die Fensterscheiben klein und nicht so „üppig“ wie heute. Auf dem Bild ist der Tragekasten mit dem Glaserwerkzeug zu sehen. Dieses Werkzeug hat die Glaserei Fritz Buschmann dem Heimatverein geschenkt.

66. Kohlebügeleisen

As dat noch keen elektrisch Stroom gev,hefft se de Wäsch mit ünnerscheedlich Bögeliesen glatt makt. Een von düsse wöör dat Bögeliesen mit Köhlen. De gleinige Köhl kööm in dat Bögeliesen un wenn dat Iesen heet wöör, kunnen böglen. Dormit de Gloot ohn Suuerstoff nich utgüng, harr dat Bögeliesen an de Siet Lökers ton lüften. Een besönner Form von de Bögeliesen harr statt de Lökers een Aftogkamin na boben. Ton rejuliewren von de Gloot kunnen achtern an dat Bögeliesen een Klapp open un dichtmaken.

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Als es noch keinen elektrischen Strom gab, wurde die Wäsche mit verschiedenartigen Bügeleisen geglättet. Eine Art war das Kohlebügeleisen. Die glühende Kohle wurde in ein Bügeleisen gegeben und wenn die Kohle das Eisen erhitzt hatte, konnte man bügeln. Damit die Glut wegen Sauerstoffmangels nicht ausging, waren seitlich am Bügeleisen Lüftungslöcher angebracht. Eine besondere Form des Kohlebügeleisens hat statt der Lüftungslöcher einen Abzugskamin nach oben. Um die Glut zu regulieren konnte man hinten am Bügeleisen eine Klappe auf – und zumachen.

67. Spinnstuhl

As se den Heimaatvereen düssen Stohl schenkt hefft, beduurde mennigeen, dat de Been so kört wöörn. Düsse Stohl, möt ji weten, is sieter as allgemeen. Klaus Bischoff hett in dat Book „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“ von Wilhelm Bomann funnen, dat düsse Stohl een Spinnstohl is. In dütt Book, wat ji up jeden Fall lesen schollen, ward de Sitzhööchte mit 38 cm angeben. Jüst so hooch is ok de hier afbildte Stoohl.

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Als dem Heimatverein dieser alte Stuhl geschenkt wurde, bedauerte man, dass die Beine so gekürzt waren. Dieser Stuhl ist nämlich niedriger als die Stühle allgemein. Klaus Bischoff fand dann in dem Buch „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“ von Wilhelm Bomann, dass dieser Stuhl ein Spinnstuhl ist. In dem genannten Buch, was übrigens sehr zu empfehlen ist, wird die Sitzhöhe mit 38 cm angegeben. So hoch ist auch der hier abgebildete Stuhl. .

68. Bucheckern

Keene en kennt hüdigendaags noch Eckern?  Kloor, dat sünd de Frücht von de Böken. Avers wat een fröher allens mit de Eckern maakt hefft, weet nur noch enzelte Lüüd. Na`n tweeten Weltkrieg worrn ton Harvst Eckern sammelt föör Muckefuck, to`n Koken backen, to`n Öölmaken un noch mennig annern Kraam. To``n Harvst sammelt un utpuhlte Eckern smeckt so as Nööt.

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Wer kennt heute noch Bucheckern? Klar das sind die Früchte der Buche. Aber was man früher alles mit der Buchecker gemacht hat, wissen nur noch einige Leute. Noch nach dem 2. Weltkrieg wurden im Herbst Bucheckern gesammelt für Kaffeeersatz, zum Kuchen backen, für die Ölherstellung und noch viele andere Nutzungen. Im Herbst gesammelte und „gepuhlte“ Bucheckern schmecken ähnlich wie Nüsse.

69. Breitbeil Wie lang man mit so`n Breetbiel Boomstämm bearbeit hefft um dorut holten Balken to maken, kann ik nich seggen. Up twee Böck wöör de Boomstamm mit Klammern fastmakt. Dorna worrn mit de Snörsnoor de Afmessen antekend. Dorför trögg man de Snoor dör swarte Farv, holl mit`n tweeten Keerl de Snoor an beiden Enn fast up`n Stamm, een dritten Keerl böör in de Mitt vo`n Stamm de Snoor an un leet düsse nu up den Boomstamm falln. Up`n Boom wör nu`n Strich to sehn. Nu kunnen mit dat Behaun beginnen. De Timmermann stell sik linkerhand vo`n Stamm um düssen up de recht Siet to behaun. Linkepoot jüst anners rum. De Fienarbeit kunnen dorna mit Dessel or Hövel trecht maken.

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Wie lange man mit einem solchen Breitbeil Baumstämme bearbeitet hat um Holzbalken daraus zu machen, kann ich nicht sagen. Auf zwei Böcken wurde der Baumstamm mit Klammern festgesetzt. Anschließend wurden mit der Schnürschnur die Abmessungen angezeichnet. Dazu zog man die Schnur durch schwarze Farbe, hielt mit einem zweiten Mann die Schnur an beiden Enden fest auf den Stamm, ein Dritter hob in der Mitte vom Stamm die Schnürschnur an und ließ diese dann auf den Baumstamm schnellen. Auf dem Baum war ein Strich zu sehen. Jetzt konnte man mit dem Behauen beginnen. Der Zimmermann stellte sich links vom Stamm um diesen auf der rechten Seite zu behauen. Linkshänder gerade umgekehrt. Die Feinheiten konnte man danach noch mit Dechsel oder Hobel bearbeiten.

70. Geldbörse Wat hüdigendaags dat Pottjemonottje is, wöör fröher düsse Geldkniep (Knipp – Kniep – Knippke) mit Knipsversluß. För de Schiene und dat Hartgeld gev dat bloots een Fack.

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Was heute das Portemonnaie ist, war früher diese Geldbörse mit Knipsverschluss. Für Scheine und Kleingeld gab es nur ein Fach.

71. Sattlerbank

Düsse Bank brukt de Saddler to`n herstelln von Toggeschirr jeedeen Art un sunsteen  Warktüüg ut Ledder. De tosneern Ledderdeele wurrn in düsse Bank inspannt un kunnen so fastholen, Löcker insteken un dorna tohope neiht weern. Ahn düsse Saddlerbank dä man sik swar de enkelten Ledderdeele nipp un nau tohope to kriegen.

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Diese Bank benutzte der Sattler für die Herstellung von Zuggeschirren aller Art und sonstiger Werkstücke aus Leder. Die zugeschnittenen Lederteile wurden in diese Bank eingespannt und konnten so fixiert, vorgestochen und anschließend vernäht werden. Ohne diese Sattlerbank wäre es sehr schwer die einzelnen Lederteile passgerecht zusammenzufügen.

72. Kernseife

Karnsepen hefft se fröher to allens nahmen. Karnsepen  brukte man för de Pleeg von`n Lief un ton Wäschewaschen, de Kunstmaler makt de Pinsel mit Karnsepen rein, Pickel un Blattlüüs kann`n dormit verdrieven un mennig mehr. Hüdigendaags gellt Kaarnsepen as een gesund Reenigungsmiddel. Bi dat Herstelln von Karnsepen swemmt een Karn up, de dorna to Sepen wieder bearbeit ward. Sü un dorher de Begreep „Karnsepen“.

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Kernseife war früher das Allheilmittel. Kernseife benötigte man für die Körperpflege und zum Wäschewaschen, der Kunstmaler reinigte die Pinsel in Kernseife, Pickel und Blattläuse konnte man damit beseitigen und vieles mehr. Heute gilt Kernseife als gesundes Reinigungsmittel. Während der Herstellung von Kernseife schwimmt ein Kern auf, der dann zur Seife weiter bearbeitet wird. Deshalb der Begriff „Kernseife“.

73. Holländer

Wenn Winterdaags de Seen un Graven dicht frorensünd, kummt de Tiet, de Strietschoh rut to holn. Denn weerd de Strietschoh de dat hüüde gifft, mit Loopkufn direktemang an`n Schoh, antroggen. Fröher hal man siene Hollänner von`n Böön un schnall düsse denn unner de Schoh. Keeneen dortomals keene Strietschoh harr or düsse to lütt woorn, glitsch denn up siene Holschen. Bi schöön Weer makt dat Strietscholopen avers Hüüd jüst so as gistern jümmer wedder Spaas. 

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Wenn im Winter die Seen und Gräben zugefroren sind, kommt die Zeit, die Schlittschuhe hervorzuholen. Dann werden die Schlittschuhe heutiger Art, mit Laufkufen direkt am Schuh, angezogen. Früher holte man seine Holländer vom Boden und schnallte diese dann unter die Schuhe. Wer damals keine Schlittschuhe besaß oder diese zu klein geworden waren, glitschte dann auf seinen Holzschuhen. Bei schönem Wetter macht das Schlittschuhlaufen aber Heute wie Früher immer wieder Spaß.

74. Stickschablone

Fröher stickde man up dat Wäschestück den Namen von`n Besitzer in. So ton Biespell in de Wäsch för de Utstüüer. Düsse Wäsch kregen de Döchter von de Öllern in de Ehe mit. Avers nich nur de Utstüüerstück kregen Namens instickd, ok Dischdecken, Koppkissen, Geschirrdöker un anner Wäschstück kregen Muster un Sinnspröök instickd.

Dorto hefft se de Schobloon up dat Wäschstück leggt un mit`n Pinsel oder wat anners tomeist blau Farv updragen. Up dat Bild künnt ji den Pinsel un een Farvstück erkennen. De infarvten Muster hefft se denn utstickd. Mennigmaal wöörn darut wohre „Kunstobjekten“.

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Früher stickte man in jedes Wäschestück das Monogramm des Besitzers. So zum Beispiel in die Aussteuerwäsche.  Diese Wäsche bekamen die Töchter von den Eltern für die Ehe mit. Aber nicht nur die Aussteuerstücke bekamen Monogramme eingestickt, es wurden auch Tischdecken, Kopfkissen, Geschirrtücher und anderen Wäschestücke mit Mustern und Sinnsprüchen versehen.

Dazu wurde die Schablone auf das Wäschestück gelegt und mit einem Pinsel oder ähnlich meist blaue Farbe aufgetragen. Auf dem Foto kann man den Pinsel und ein Farbstück erkennen. Die eingefärbten Muster wurden dann ausgestickt. Manchmal entstanden wahre „Kunstobjekte“.

75. Steckerfassung

De öllern Lüü erinnert sik noch an düsse Stekerfassen, as se düsse nennt hefft keen. So nennt wi düsse Fassen, de`n in normal Lampenfassen indreiht hett, eenfach Stekerfassen. Up olen Billern von de Plättstuv süht man mennigmal een Schnuur ut een Lampen hangen, de to`n Bügelisen föhren deit.

Um de Stekerfassen antobringen, mössen to fohrst de Glühbirn rutdreihn un düsse Stekerfassen inschruven. Denn kööm de Glübirn in de tweete Fassen von de Stekerfassen. Nu konnen bügeln or anner elektrisch Rätschaften ansluten un harr ok noch Licht. Siet wann düsse Fassen nich mehr verwennen draf, weet se bi`n Achimer Heimaatvereen nich.

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Die älteren Menschen können sich noch an diese „Steckerfassung“ erinnern, wie diese hieß, jedoch keiner. Also nennen wir diese Fassung, die in eine normale Lampenfassung eingedreht wurde, einfach „Steckerfassung“. Auf alten Bildern aus Plättstuben sieht man manchmal eine Schnur aus einer Lampe hängen, die zu einem Bügeleisen führt.

Um die Steckerfassung zu montieren, musste man zuerst die Glühbirne herausdrehen und diese Steckerfassung einschrauben. Dann kam die Glühbirne in die zweite Fassung dieser Steckerfassung. Jetzt konnte man bügeln oder andere elektrische Geräte anschließen und hatte außerdem noch Licht. Seit wann diese Fassung nicht mehr benutzt werden darf ist beim Achimer Heimatverein nicht bekannt.

76. Plattenkamera Mit düssen Fotoapperaat hefft se fröher ohn Film sünners up Glasplatten Biller makt. Dorto mössen eerst dat Dreebeenstativ upstellen, dorna de Kamera „utfahren“ un`n beschicht Glasplatt inlegen. De Entfernen konnen ok instellen. Up den Utlöser drücken un bums wöör dat Bild fartig. Ganz so gau güng dat so licht nich. Avers goode Biller hett da geven. Up`n Footbodden unner den Fotoapperaat legt Kisten mit Glasplatten un anner Tobehöör.

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Mit diesem Fotoapparat wurden früher ohne Film sondern auf Glasplatten Bilder gemacht. Dazu musste man zuerst das Dreibeinstativ aufstellen, danach die Kamera „ausfahren“ und eine beschichtete Glasplatte einsetzen. Die Entfernung konnte man auch einstellen. Auf den Auslöser drücken und schon war das Bild fertig. Ganz so schnell ging das natürlich nicht. Aber gute Bilder waren das Ergebnis. Auf dem Fußboden unter dem Fotoapparat liegen Kisten mit Glasplatten und anderes Zubehör.

77. Pappzigarrenkisten

Zigarrenlisten makt se in Zigarrenkistenfabriken ut Zedern -, Gabun-, Pappel or Ellernholt. As an Beginn von`t twintigste Joohrhunnert de Zigarrenkisten ut Holt jümmers düürer wöörn, wieldat de Kistenmakers as´n meende de Priese afspraken hefft, hefft finnige Lüüe de Zigarrenkist ut Pappe rutfunnen.

Avers een goode Zigarr mut in`e Holtkist. Faken gift dat extra Schmuckkisten för Zigarrren. Dorför sökt se besonners schön Holtkisten ut or ok holten Kisten mit`n Hüll ut Missing or anner Material umto.

De Pappkisten hett ehr Bedüten bit hüdigendaags as Transportkist beholen. Zigarrenkisten von mennigeen Oortkann`n in de Zigarrenmakerstuuv von`n Heimaatvereen Achim in dat Achimer Raathuus ankieken.

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Zigarrenkisten werden aus Zedern-, Gabun-, Pappel – oder Erlenholz in Zigarrenkistenfabriken hergestellt. Als zu Anfang des 20. Jahrhunderts diese Zigarrenkisten aus Holz immer teurer wurden, weil die Kistenhersteller angeblich die Preise absprachen, entwickelte man kurzerhand als Alternative die Zigarrenkiste aus Pappe.

Aber eine gute Zigarre gehört in eine Holzkiste. Oft gibt es extra Schmuckkisten für Zigarren. Dafür werden besonders schöne Holzkisten gewählt oder auch Holzkisten mit einer Hülle aus Messing oder anderem Material umhüllt.

Die Pappkiste behielt bis heute ihre Bedeutung als normale Transportkiste. Zigarrenkisten aller Art kann man in der Zigarrenmacherstube des Heimatvereins Achim  im Achimer Rathaus besichtigen.

78. Luftschutzspritze In`n tweeten Weltkrieg gev dat in fast jedeen Huus een Luftschutzsprütt. Dat wöör`n Handsprütt, de`n in Ammer mit Water stellen dö un so dat Water een poor Meters wiet or hoch sprütten konn. Da mags över lachen, aver mennigeen Füür konnen mit düsse eenfach Pumpen schnell utkriegen. Bi us stünnen in`n Krieg jümmers eenige Ammers mit Water parat, um so bi`n Füür na`n Fleegerangriff to löschen. Gott heff Dank hefft wi de Ammers ni nich brukt.

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Während des 2. Weltkrieges gab es in fast allen Häusern eine Luftschutzspritze. Das war eine Handspritze, die man in einen mit Wasser gefüllten Eimer steckte und damit das Wasser einige Meter weit oder hoch spritzen konnte. Man mag darüber lachen, aber manch ein Feuer konnte mit dieser primitiven Pumpe im Keime erstickt werden. Bei uns standen während des Krieges immer einige Eimer gefüllt mit Wasser, um bei einem eventuellen Brand nach einem Fliegerangriff löschen zu können. Gott sei Dank wurden die Eimer nie benutzt.

79. Pferdeholzschuhe Dormit de Peer, de den mit Törf beladen Ackerwagen nich in natten Moorbodden insinken, snallde man jüm  Holtschoh ünner. Dat geev verscheeden Arten von Holtschoh. De hier afbildten hefft se mit`n Schruufverbinnen up de Hufe montiert. Anner wöörn uthöhlt un de hefft se mit hölten Kiele fastmakt.

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Damit die Pferde, die den mit Torf beladenen Ackerwagen nicht im nassen Moorboden einsanken, schnallte man ihnen Holzschuhe unter. Es gab verschiedene Arten von Holzschuhen. Die hier abgebildeten wurden mit einer Schraubverbindung auf die Hufe montiert. Andere waren ausgehöhlt und wurden mit Holzkeilen am Huf befestigt.

80. Großer Hans

To Huus sään wi jümmers Groden Hans to`n Koken, den se in de hier afbildt Form backt or beter kokt hefft. Annerseen sää dorto Warmen Hans or Mehlbüdel. Dat ganz Rezept schall hier nich angevenn weern. Avers doch woans de Koken or Back – Pudding makt ward.

De Deeg ward in de Form füllt un denn negentieg Minuten in`n Waterbad een beten brodelnd kokt. Dorna den Koken up`n Teller „störten“ un Puderzucker röberstrein. As Stippels gifft dorto kokte Rosienen, de mit Stärkde indickt ward. Düsse Stippels öber den noch warmen Koken geten.

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Zu Hause sagten wir immer Großer Hans zu einem Kuchen, der in der hier abgebildeten Form gebacken oder besser gekocht wurde. Andere sagen dazu Warmer Hans oder auch Mehlbüdel. Das ganze Rezept soll hier nicht angegeben werden. Aber wie der Kuchen oder Back – Pudding hergestellt wird schon.

Der Teig wird in die Form gefüllt und dann 90 Minuten in einem Wasserbad leicht siedend gekocht. Danach den Kuchen auf einen Teller „stürzen“ und mit Puderzucker bestreuen. Als Soße dazu gibt es gekochte Rosinen, die mit Stärke angedickt werden. Diese Soße zum noch warmen Kuchen servieren.

81. Geldkatze

Een „Katt“, ok „Geldkatt“ nennt, is een an`n Gördel fastmakten Büdel to´n Opbewohren von Müntgeld avers ok anner lütje weertfull Saken. Wenn de hier afbild Kat ut Wulle is, hefft se de Katt fröher ut Kattenledder makt. Dorher kummt sachens ok de Naam. De Katt hefft se in dat Middelöller bit in`t fröher negenteihnte Joohrhunnert dragen, faken smückt mit Smuckparlen or Stickereen.

Of düsse Katt just ut dat negenteihntste Johrhunnert is or later nahäkelt worrn is, kann `n leider nich utmaken. Wi hefft de Katt mit Geller füllt un an`n Gördel fastmakt un kömen to dat Ergevnis, dat de Katt een dulle Lösen för unnerwegs to`n Opbewohren von lüttje Wertsaken is. Sünners, so`n den Büdel unner de Büx driggst.

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Eine „Katze“, auch „Geldkatze“ genannt, ist ein am Gürtel befestigter Beutel zum Aufbewahren von Münzgeld, aber auch anderen kleinen wertvollen Gegenständen.

Während die hier abgebildete Katze aus Wolle gehäkelt ist, wurden die Katzen früher aus Katzenleder angefertigt. Daher kommt vermutlich auch der Name. Die Katze wurde im Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert getragen, oft verziert mit Schmuckperlen oder Stickereien.

Ob diese Katze original aus dem 19. Jahrhundert stammt oder später „nachgehäkelt“ wurde, ist leider nicht festzustellen. Wir haben die Katze mit Münzen gefüllt und am Gürtel befestigt mit dem Ergebnis, dass die Katze eine tolle Lösung für unterwegs zum Aufbewahren von kleinen Wertsachen ist. Besonders, wenn man den Beutel unter der Hose trägt.

82. Fahrradfahrkarte Dat is`n Fohrkoort. Avers keen mit`n Bus or Bahn to föhren, sünner een “Fohrkoort to`n Föhren op een Fohrrad”. Avers keen Panik, düsse Fohrverlööf is ut dat Johr negenteihnhunndertunveer un is för een Johr güllig wesen. De Koort is von de Gendarmdirektion in Veern för den Katasterhelper Hermann Willebrock utstellt worrn.

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Das ist eine Fahrkarte. Aber keine um mit Bus oder Bahn zu fahren, sondern eine „Fahrkarte zum Fahren auf dem Fahrrad“. Aber keine Panik, diese Fahrerlaubnis stammt aus dem Jahre 1904 und war für ein Jahr gültig. Die Karte wurde von der Polizeiverwaltung in Verden für den Katastergehilfen Hermann Willenbrock ausgestellt.

83. Butterglocke und Eierpott Düsse beiden Pötte stünnen fröher jümmer sünndaags  bi us up`n Fröhstücksdisch. In den Pott mit de Küken dorup legen de Fröhstückseier un in den annern wöör de Bodder. Ji weet jo, de sölten sülms bodderte.

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Diese beiden Pötte standen früher immer sonntags auf dem Frühstückstisch. In dem Pott mit den Küken lagen die Frühstückseier und in den anderen befand sich die Butter. Ihr wisst ja, die gesalzene selbst gebutterte.

 

84. Hampelmann  Fröeher hüng in meist elkeen Kinnerzimmer, so et den een geef, een Hampelmann. De Hampelmann wöör ut Holt or Papp un harr Arms un Been to`n bewegen, de dör dat Trecken an de Strippen rögt weer kunn. So`n rechten Hampelmann heff ik nich funnen, ok nich up`n Flohmarkt. So heff ik düssen modern Hampelmann as Muster wählt.

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Früher hing in fast jedem Kinderzimmer, wenn es denn welche gab, ein Hampelmann. Der Hampelmann war aus Holz oder Pappe und hatte bewegliche Arme und Beine, die durch das Ziehen an der Schnüre bewegt werden konnten. So einen richtig alten Hampelmann habe ich nicht gefunden, nicht einmal auf einem Flohmarkt. So habe ich diesen „modernen“ Hampelmann als Muster gewählt.

85. Zwicke und Heidlinje  Fröher hefft se dat Heidkruut as Strei för den Stall  bruukt. De Schapsheid för den Schapstall wöör mit de doran haftend Eer, den Heidplaggen, mit de Twick haut. De Kohheid för den Kohstall dorgegen kört öber de Eer, wenn geiht mit`n beten Moos, afhaut. Dorto bruken se de Heidlinne. De Heidlinne hefft se ok to`n meihn von de Heid as Foder verwendt. De afsneeren Heid hefft se mit de Matthaken (or Mattharke?), een lüttje Hark, bisiete schoben.

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Früher wurde Heidekraut als Streu für den Stall verwendet. Die Schafheide für den Schafstall wurde mit der daran haftenden Erde, dem Heideplaggen, mit der Zwicke (langer Stiel) gehauen. Die Kuhheide für den Kuhstall dagegen kurz über der Erde, möglichst mit etwas Moos, abgehauen. Dazu wurde die Heidlinje benutzt. Die Heidlinje wurde auch zum Mähen der Heide als Futter verwendet. Die abgeschnittene Heide wurde mit dem „Matthaken“ (oder Mattharke?), einer kleinen Harke, beiseite geschoben.

86. Personenwaage

Wenn ´n fröher weten woll, wi swor man is, stiegt wi up de dijitaale Persoonwachte. Dat wöör fröher anners. Har man fröher överhaupt Tiet fast to stellen wat`n wöög? Un woto dat överhaupt? Irgendwann woll to`n Bispell de Doktor weten, wat sein Patschient wegen döö. Dat güng mit`n herkömmlich Wachte, denn `n anner Minsch könn dat Gewicht aflesen. Wat avers, wenn`n alleen wöör? So hefft se an een normaal Wachte een Speegel  anbogt un bumms harst`n Wachte för `n Minschen. Amenn können dat Prinzip hüüt wedder verwennen, wenn de Buuk to dick is un man de Tahlen up de Wachte nich mehr lesen kann.

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Wenn wir heute wissen wollen, was wir wiegen, steigen wir auf die digitale Personenwaage. Das war früher anders. Hatte man damals überhaupt Zeit um sein Gewicht zu ermitteln? Und wozu das eigentlich? Irgendwann wollte zum Beispiel der Arzt wissen, wie viel sein Patient wiegt. Das war mit den normalen Waagen möglich, denn das Gewicht konnte eine andere Person ablesen. Was aber, wenn man alleine war? So wurde eine normale Waage mit einem Spiegel versehen und schon war die Personenwaage fertig. Vielleicht könnte man dieses Prinzip heute wieder anwenden, wenn der Bauch zu dick ist und man die Zahlen auf der Waage nicht mehr lesen kann.

87. Setzkasten Een tietlang woll jedeen eenen Settenkassen in seine Wahnung hebbeb, in de he lüttje Saken as so Miniautos, besünnere Steene or anner Delen sammeln un ok wiesen kann. Egentlich wöör de Settenkassen eene Schieblade, in de de Schriftsetter seine Bookstaven ut Blee sortieren dö. Mit `n fien Tang nöhm he de enkelten Bookstaven  un sett düsse denn to Wöör, Säts un ganze Bööker tohope. Hüdigendaags ward de Kunst von de Schriftsetters man blots noch in Museen und Utsellungen wiest.

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Eine Zeit lang wollte jeder einen Setzkasten in seiner Wohnung haben, in dem er kleine Gegenstände wie Miniautos, besondere Steine oder andere Teile sammeln und gleichzeitig zeigen konnte. Eigentlich war der Setzkasten eine Schrankschublade, in die der Schriftsetzer seine Buchstaben aus Blei sortiert hatte. Mit einer feinen Zange entnahm er die einzelnen Buchstaben und setzte diese zu Wörtern, Sätzen und ganzen Büchern zusammen. Heute wird die Kunst des Schriftsetzens fast nur noch in Museen und Ausstellungen gezeigt.

88. Haspel

Wenn`n een Hespel ankikt, denkden toerst: wo is denn de Dreiher, mit de düsse Reedschop bewegt ward. Man brukt be de Hespel keen Dreiher, denn de holten Tahnrööer sind för dat Tellwark inbot. Up de Hespel ward de spunnen Wull upwickelt un dorbi de Meng, beter de Umdreihungen, tellt. So sik de söß Stolln von de Hespel negentig Mal dreiht hefft, gifft dat`n Teeken un een „Bind“ is full un ward mit`n „Fitzfaden“ afbunnen. Teihn von düsse Bind kummt up`n Stück. Een gode Spinnersche wöör jümmers bemöht jeedeen Avend een Stück aftoleefern. So een Stück wöörd denn von de Hespel afnahmen

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Wenn man eine Haspel sieht, denkt man als erstes: wo ist denn die Kurbel, mit der dieses Gerät bewegt wird. Man braucht bei der Haspel keine Kurbel, denn die Zahnräder aus Holz sind für das Zählwerk eingebaut. Auf der Haspel wird die gesponnene Wolle aufgewickelt und dabei die Menge, besser die Umdrehungen, gezählt. Wenn sich die 6 Stollen der Haspel 90 Mal gedreht haben, ertönt ein Zeichen und ein „Bind“ ist voll und wird mit einem“ Fitzfaden“ abgebunden. Zehn solcher Binde ergeben ein „Stück“. Eine gute Spinnerin war bemüht jeden Abend ein Stück abzuliefern. Ein solches Stück wurde dann von der Haspel abgenommen.

89. Stelzenlaufen

Wenn dat Lopen up Stelten hüdigendaags ok nich mehr „in is“, vör 50 Johr gehörn Stelten noch to`n Speeltüüg. Ganz fröö nutzte man Stelten um dör de Sümp or sichte Waters to kamen.To`n Upstiegen up de Stelten stellt`n sik to best mit den Puckel an de Wand, faat um de Steltenholm, stött sik af un löppt denn los. Wenn`t klappt is good, sünsten  flüggt man hen un provt dat füdder.

Een anner Oort för lütte Kinner is dat Loopen up Büssen. Dorto weerd bi zwee Büssen an`e Siet Löckers inmakt, in de dat Band to`n Fastholen inknütt weerd.

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Wenn das Stelzenlaufen heute auch nicht mehr „in“ ist, vor 50 Jahren gehörten Stelzen noch zum Spielzeug. Ganz früh benutzte man Stelzen um Sümpfe oder flache Gewässer zu durchqueren. Zum Aufsteigen auf die Stelzen stellt man sich am besten mit dem Rücken an eine Wand, umfasst die Stelzenholme, stößt sich ab und läuft dann los. Wenn es klappt ist es gut, sonst fliegt man hin und probiert weiter.

Eine Variante für kleinere Kinder ist das Dosenlaufen. Dazu werden zwei Dosen seitlich mit Löchern versehen, in die das Halteband eingeknotet wird.

90. Gestell zum Pferdebeschlagen Wenn de Hoofsmeed dat Peerd neege Hoven anpassen woll, stell he at Vörderbeen von dat Peerd up de hier afbild`t  Stellasch. Denn kunn he licht den Vörderhoof in de Maak nehmen. Bi dat Bearbeiten von de Achterhöven nutz em düsse Stellasch nich. Denn so moss een Hölper dat Achterbeen von`t Peerd mit beid Hännen anböörn un fastholen. Dat wöör nich eenfach, denn wenn dat Peerd de Achterhand wegtöög un de Hölper nich fastholen dö, kunnen sik Hölper un Smeed gau soor wehdoon.

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Wenn der Hufschmied dem Pferd neue Hufe anpassen wollte, stellte er das Vorderbein des Pferdes auf das hier abgebildete Gestell. Dann konnte er bequem den Vorderhuf bearbeiten. Bei der Bearbeitung der Hinterhufe nütze ihm dieses Gestell nicht. Dann musste ein Helfer das Hinterbein des Pferdes mit beiden Händen anheben und festhalten. Das war nicht einfach, denn wenn das Pferd die Hinterhand wegzog und der Helfer nicht festhielt, konnten sich Helfer und Schmied schell schwer verletzen.

91. Carepaket Na`n Krieg schicken der Amerikaner Carepaketen na Düütschland. Et wöörn Paketen, in de se överall de lieken Woren rindahn harrn. In dütt Paket ton Biespell 5 Ratschonen Eten. Veele Düütsche kreegen Carepaketen von ehr na Amerika utwannerte Sippschaft.

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Nach dem Krieg schickten die Amerikaner Carepakete nach Deutschland. Es waren Pakete, in denen überlall die gleichen Waren enthalten waren. In diesem Paket zum Beispiel 5 Rationen Essen. Viele Deutsche erhielten Carepakete von ihren nach Amerika ausgewanderten Verwandten.

92. Dezimalwaage

Keeneen wiggt hüdigendaags noch mit de Dezimaalwachte.Fröher hefft se Kartüffeln, Köhlen, dat Koorn un mennig mehr mit de Dezimaalwachte afwogen. Dat geev sogoor Dezimalwachten för Dierten.

Kört verklart as dat funktschioneert: Dat wat du wegen wullt, stellst achtern up de Wachte un vörne brings den  Wachtebalken mit Wichten „in de Wachte“. Mössen vörne 15 Kilos rupstelln, legen achtern 150 Kilos an waren up. Sü Wichtstücken mal 10.

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Wer wiegt heute noch mit der Dezimalwaage? Früher wurden die Kartoffeln, die Kohlen, das Korn und vieles mehr mit der Dezimalwaage abgewogen. Es gab sogar Dezimalwaagen für Tiere.

Das Prinzip kurz erklärt: Das Wiegegut wurde hinten auf die Waage gestellt und vorne wurde der Wiegebalken mittels Gewichtstücke „in Waage“ gebracht. Musste man vorne 15 Kilo an Gewichtstücken draufstellen, lagen hinten 150 Kilo Waren drauf. Also Gewichtstücke mal 10.

93. Notgeld Düsse twee Notgeldschiene von negenteihnhunnertfiefuntwintig (1925) över 25 un 50 Penn ut den dormaligen Kreis Achim wiest den Spieker von Scherf mit`n Fachwarkhuus un de Ansicht von Achim, von de Masch ut sehn, mit Laurentiuskarken Buurnvertel un de Achmer Windmöhl. Von 1914 bit 1923 wöörn so`n Schiene in ganz Düütschland gängig. Dat Notgeld scholl de dortomals gängigen Geldschien in Milljonenhöchte un mehr ersetten.

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Diese zwei Notgeldscheine von 1921 über 25 und 50 Pfennig aus dem damaligen Kreis Achim zeigen den Speicher Scherf mit einem Fachwerkhaus und die Ansicht von Achim, aus der Marsch gesehen, mit Laurentiuskirche, Bauernviertel und der Achimer Windmühle.

Von 1914 bis 1923 waren solche Scheine in allen Teilen Deutschlands üblich. Das Notgeld sollte die damals üblichen Geldscheine in Millionenhöhe und mehr ersetzen
94. Tabakschneider Mit düssen Tobaksnieder hefft de Zigarrnmaker de Rippen von de Tobakblöör fien sneern, um düsse as „Krüllsnitt“ in de Piep to stoppen. Na`n Krieg, as dat keen Rookworen to köpen geev, hefft de Lüüd ehrn eegen Tobak anbogt. So de Blöör riep un richtig behannelt wöörn, konnen düsse mit den Tobaksnieder to Tobak för de „Sülmsdreihten“ snieden.

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Mit diesem Tabakschneider wurden vom Zigarrenmacher die Rippen der Tabakblätter klein geschnitten, um diese als „Krüllschnitt“ in die Pfeife zu stopfen. Nach dem Kriege, als es keine Tabakwaren zu kaufen gab, bauten viele Leute ihren eigenen Tabak an. Wenn die Blätter reif und richtig behandelt waren, konnte man diese mit dem Tabakschneider zu Tabak für die „Selbstgedrehte“ schneiden.

95. Holzuhr Düsse schöön holten Klock is in de Sammlung von Achmer Heimaatvereen afbleven. Leider geiht düsse Klock nich. Dat Wark von de Klock is rusterig warrn un dat Zifferblatt is twei broken. Doch kannen good kennen, woans dat Wark von de Klock upbogt is.

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Diese schöne Holzuhr befindet sich in der Sammlung des Achimer Heimatvereins. Leider geht diese Uhr nicht. Das Uhrwerk ist verrostet und das Zifferblatt ist gebrochen. Trotzdem kann man schön erkennen, wie das Uhrwerk aufgebaut ist.

96. Gaffeleisen Schnackt`n von`n Gaffeliesen, dnekt mennigeen an`n Segelschipp. Ik denk an Schinken un Mettwüß, de in de Deel to`n Drögen un Riepen uphang weerd. Üm de Wüß un de Schinken dor boben uptohangen brukt`n Reedschop, dat Gaffeliesen. De Knüppel, up de de Wüß hangen deit ward mit dütt Gaffeliesen in de Hakens unner de Deck von de Deel inhangt.

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Spricht man von einem Gaffeleisen, denken viele an Segelschiffe. Ich denke aber an Schinken und Mettwürste, die in der Diele zum Trocknen und Reifen aufgehangen werden. Um die Würste und den Schinken da oben aufzuhängen benötigt man ein Gerät, das Gaffeleisen. Der Stock, auf dem die Würste hängen wird mit diesem Gaffeleisen in Haken unter der Decke der Diele eingehängt.

97. Holzwanne Vör körten hett de Achimer Heimaatvereen düsse Balje schenkt kregen. Wi kennt de Balje meist ut Zinkblick. Villicht wöör een Holtbalje fröher billiger as een Zinkbalje. Een Handwringer to`n Wäsche utwringen kann`n an een Holtbalje ok eenfacher anschruven  as an   ´n Balje ut dünn Zinkblick. Un rosten kann düsse Balje ok nich. Bi`n goode Lagerung, nich to dröge, verfult de oole düütsche Eken ok nich.

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Vor kurzem hat der Achimer Heimatverein diese Wanne geschenkt bekommen. Wir kennen die Wanne meistens aus Zinkblech. Vielleicht war früher eine Holzwanne billiger als eine Zinkwanne. Einen Handwringer zum Wäsche auswringen kann man an einer Holzwanne auch einfacher anschrauben als an eine Wanne aus dünnem Zinkblech. Und rosten kann diese Wanne auch nicht. Bei guter Lagerung, nicht zu trocken, verfault die alte deutsche Eiche auch nicht.

98. Waschbrett Mit de Ruffel wuschen fröher, woans de Naam all seggt, de Wäsch. Egentlich hefft se smerig Wäsch up dütt Brett „schrubbt“. Dorto riev de Wäschfroo dat Stück Wäsch up de „wellig“ Overflach von dat Brett up un af. De Overflach von dütt Ruffel is nich as bi de annern ut Blick sünnern ut Glas. Ik heff sowat nie nich sehn.

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Mit dem Waschbrett wusch man früher, wie der Name schon sagt, die Wäsche. Eigentlich wurde die dreckige Wäsche auf diesem Brett „geschrubbt“. Dazu rieb die Waschfrau das Wäschestück auf der „welligen“ Oberfläche des Brettes auf und ab. Die Oberfläche von diesem Waschbrett ist nicht wie bei den anderen aus Blech sondern aus Glas. Ich habe so etwas noch nicht gesehen.

99. Poesiealbum

Keeen kennt se nich, de Poesiealben. Hüüdigendaags, wenn överhaupt noch, schlicht bunnen, fröher mit Ledderinband un mit`n Slott doran. In de School un in`n Kumvermandunnerricht wöörn düsse Böker rumrekt un Frünn, Mitschöölers, Lehrers un Öllern drögen ehr meist Veerrehgers in dütt Book in.

Hüüde kann`n de Personen up oolen Klassenfotos un Kumfermatschionsbiller faken noch mit Help von düsse Poesiealben naamentlich utmaken.

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Wer kennt sie nicht, die Poesiealben. Heute, wenn überhaupt noch, schlicht gebunden, früher mit Ledereinband und mit einem Schloss versehen. In der Schule und im Konfirmandenunterricht wurden diese Bücher herumgereicht und Freunde, Mitschüler, Lehrer und Eltern trugen ihre meist Vierzeiler in dieses Buch ein.

Heute kann man die Personen auf alten Klassenfotos oder Konfirmationsbildern oft noch mit Hilfe dieser Poesiealben namentlich ermitteln.

100. Mondwaage Dat düsse Reedschop eene Wachte is, wöör klaar. De Indeeliung to`n meeten sütt ut as de Sichel vo`n Maand, dorvun woll de Naam Maandwachte. Dat gifft avers ook noch anner Naams för düsse Wachte. De Wachte ward an`n böberen Ring uphangt un an den ünneren Haaken dat Wachtegoot inhangt. An den groden Haaken de swaren Saaken un an den lütten Haaken de lichteren Waarn. Up de Vordersiet von de Meetskala is`n anner Indeelung as up de Achtersiet. De unnerscheedlichen Meetindeelungen gelt för lichte Lasten von 0 bit 24 KIL (woll Kilos) un föör de swaren von 10 bit 200 KIL.

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Das dieses Gerät eine Waage ist, war klar. Die Messskala sieht aus wie eine Mondsichel, darum wohl der Name „Mondwaage“. Es gibt aber auch noch andere Namen für diese Waage. Die Waage wird am oberen Ring aufgehängt und an dem unteren Haken das Wiegegut eingehängt. An dem großen Haken schwere Sachen und an dem kleinen Haken links die leichteren Waren. Auf der Vorderseite der Maßskala ist eine andere Einteilung als auf der Rückseite. Die unterschiedlichen Maßeinteilungen gelten für die leichten Lasten von 0 bis 24 KIL (wohl Kilo) und für die schweren von 10 bis 200 KIL.

101. "Bauchbindemaschine" Bit vör eenigen Dagen wüssen wi noch nich, woto`n dat hier afbild Reedschop nödig hett. Nu is`t kloor: Man legt mit düssen Apporaat Buukbinnen um Zigarrn. Mit düsse „Buukbinnemaschin“ kann`n nipp un nau fastlegen, an welke Stee de Buukbinn um de Zigarr legt ward.

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Bis vor einigen Tagen wussten wir nicht, wofür man das hier abgebildete Gerät benötigt. Jetzt ist es klar: Man legt mit diesem Apparat Bauchbinden um Zigarren. Mit dieser „Bauchbindemaschine“ kann man genau festlegen, an welcher Stelle die Bauchbinde um die Zigarre gelegt wird.

102. Zigarrenkiste Düsse Zigarrnkist hett de Heimaatvereen Achim schenkt kregen. De Binnen – un Butensiet vo`n Deckel ziert`n Bild, up dat to sehn is, wo Zigarrn dreiht weerd. Dormit`n sik bi de Arbeit beter unnerholen kunn, seten an`n Arbeitsdisch vis a vi un so genoog Platz wöör ook noch eent an`n anner. Düsse Zigarrnkist kann`n in de Zigarrnmakerstuuv in`n Achimer Raathuus ankieken.

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Diese Zigarrenkiste hat der Heimatverein Achim geschenkt bekommen. Die Innen – und Außenseite des Deckels ziert ein Bild, auf dem dargestellt ist, wie Zigarren „gedreht“ werden. Damit man sich bei der Arbeit besser unterhalten konnte, saß man am Arbeitstisch gegenüber und wenn es der Platz zuließ auch noch nebeneinander. Diese Zigarrenkiste kann man in der Zigarrenmacherstube im Achimer Rathaus besichtigen.

103. Schnippelmaschine für Bohnen So du grööne Bohnen opbewohren wullt, kannst düsse inkoken avers ok as „Snippelbohnen“ in Solt inlegen. Dorför möt de Bohnen kleensneern warden. Dorto nimmt`n de hier afbildt Snippelmaschin. De Maschin ward an`n Disch fastschruft, tolieke weerd twee Bohnen in de Schlitz inführt un denn annen Dreiher dreiht. Wat ünnen rutkummt, sind de Snippelbohnen, de dorno Inn`n besünnern Verfohrn mit Solt in Tonpött inlegt weerd.

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Um grüne Bohnen haltbar zu machen, kann man diese einkochen aber auch als „Schnippelbohnen“ in Salz einlegen. Dafür müssen die Bohnen kleingeschnitten, „geschnippelt“, werden. Dazu nimmt man die hier abgebildeten Schnippelmaschinen. Die Maschine wird am Tisch festgeschraubt, jeweils zwei Bohnen werden in die Schlitze eingeführt und dann die Kurbel gedreht. Was unten rauskommt, sind die Schnippelbohnen, die danach in einem besonderen Verfahren mit Salz in Tontöpfe eingelegt werden.

104. Schusterkugel Wenn`n slecht wat sehn konn, beünners winterdaags, harrn de Schomakers ehr Last mit dat Licht an ehrn Arbeitsplatz. So kööm se up de Idee mit de Schosterkugel. De Schosterkugel is` Glaskugel, de mit Water füllt is un an`n Stellasch uphang ward. Ok brukt se dorför ok noch`n Lichtquell, fröher een Talilicht. Talilicht, Schosterkugel un de Stellasch möss`n in fastsett`n Oort toeenanner anbrocht weern, dormit dat Ergevniss, een besünners hell Lichten an een fastsett Stell, henkamen dö.

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Bei schlechten Lichtverhältnissen, besonders im Winter, hatten die Schuhmacher Probleme mit dem Licht an ihrem Arbeitsplatz. So kam man auf die Idee mit der Schusterkugel. Die Schusterkugel besteht aus einer Glaskugel, die mit Wasser gefüllt wird und an einem Gestell aufgehängt wird. Außerdem wird noch eine Lichtquelle, früher eine Kerze, benötigt. Kerze, Schusterkugel und  das Gestell müssen in einer bestimmten Art zueinander angeordnet werden, um das Ergebnis, ein besonders helles Licht an einer bestimmten Stelle, zu erreichen

105. Wäschemangel Bevör dat de hüdigen modernen Wäschemangel geev, nutzen een verscheden Soorten von Mangel üm de Wäsch na dat Waschen un Drögen glatt to kriegen. Up de Billers unnen seeht wie eene Dischmangel mit höltern Roll. De Rullstellaasch kunnen in Disch versenken un so den Disch as normaalen Disch nutzen.

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Bevor es die heutigen modernen Wäschemangel gab, benutzte man verschiedene Arten von Mangeln um die Wäsche nach dem Waschen und Trocknen zu glätten. Auf den unteren Bildern sehen wir eine Tischmangel mit Walzen aus Holz. Das Walzengestell konnte im Tisch verdenkt werden und so der Tisch als normaler Tisch benutzt werden.

106. Brenneisen

Is dat hier wohrhaftig een Brennisen för Plisseeröck? Or is dat`n Breenscheer, de de Frisöör ton Brennen von de Hoorkrusen brukde. Mi schient dat hannelt sik hier  um`n Brennisen för Plisseeröck, denn de Brennscheren, de ik kenn, hefft blots twee „Bülg“.

Avers beide Reedschopen hefft se över Füür, Herde or Spititusbrenners heet makt un denn de Hoor or den Plisseerock trechtmakt.

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Ist das hier wirklich ein Brenneisen für Faltenröcke? Oder ist es eine Brennschere, die der Frisör benutzte um Haarlocken zu brennen. Mir scheint es handelt sich hier um ein Brenneisen für Faltenröcke, denn die Brennscheren für Haarlocken, die ich kenne, haben nur zwei „Wellen“.

Aber beide Geräte wurden über ein Feuer, Herd oder Spiritusbrenner, erhitzt und dann die Haare oder der Faltenrock bearbeitet.

Vielleicht kann mir das ja jemand erklären (Klaus Bischoff 04202 3339
107. Dreschflegel 

Hüdigenndaags ward dat Koorn mit`n Meihdöscher oornt. Fröher hefft se dat Koorn meiht, to Garben bunnen, na`n Drögen inföhrt un denn up de Tenn döscht. To`n Döschen nöhm man fröher den Döschflögel. Se besteiht ut`n Steel un den Flögel, soo`n Art Keule, de döreen Ledderhalterung mit`n Steel verbunnen is. De Ährnbünnels hefft se up`n Böön von de Schüün, de Tenn, ut`n anner smeten un denn mit`n Döschflögel ruphaut. Dar Stroh wörd mit de Forken wegmakt. Wat över bleev wöörn de Körners un dat Kaff. Düsse hett`n dorna dör Hochsmieten un Wind voneenanner trennt. „Dat Kaff von`n Weten trennen“, seggt`n jo ok.

In`n Middelöller brukte man de Dröschflegel so as ok  de Sössel als Waffe.

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Heute wird das Getreide mit dem Mähdrescher geerntet. Früher wurde Korn gemäht, zu Garben gebunden, nach dem Trocknen eingefahren und dann auf der Tenne gedroschen. Zum Dreschen benutzte man früher den Dreschflegel. Er besteht aus einem Stiel und dem Flegel, einer Art Keule, die durch eine Lederhalterung mit dem Stiel verbunden ist. Die Ährenbündel wurden auf dem Boden einer Scheune, der Tenne, ausgebreitet und dann wurde mit dem Dreschflegel „draufgehauen“. Das Stroh wurde mit Forken entfernt. Übrig blieben die Körner und die Spreu. Diese wurden anschließend durch Hochwerfen und Wind voneinander getrennt. „Die Spreu vom Weizen trennen“, sagte man ja auch.

Im Mittelalter benutzte man den Dreschflegel wie auch die Sense als Waffe.

108. Stoßeisen Mit dütt S-förmig Isen wöörn und weerd an mennig Orten ok hüüde noch Runkels un anner Rövsorten för de Deerten tweistött. In grode landwirtsachaftlich Bedrieven makt düsse Arbeit avers överall Maschinen. Bi us to Huus hefft wi mit dütt Reedschop, dat natüürlich noch`n Steel harr, Diesteln för de Swien tweistött or hackt.

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Mit diesem S-förmigen Eisen wurden und werden an manchen Orten auch heute noch Runkeln und andere Rübensorten für die Tiere zerstoßen. In großen landwirtschaftlichen Betrieben erledigen diese Arbeiten aber überall Maschinen. Bei uns zu Hause wurden mit diesem Gerät, das natürlich noch einen Stiel hat, Diesteln für die Schweine zerstoßen oder gehackt.

109. „Der kleine Perlenkünstler“  „Der kleine Perlenkünstler“ up dütt Bild schall angevlich ut de ehemalig DDR stammen. Ik erinner mi avers doran, dat wi ok Perln „uptrocken“ hefft. Ut de Perln kunnen  Keden, Ünnersätters un noch mennig mehr maken. Keeneen Na`n Krieg So`n Perlnkassen schenkt kreeg kunn sik doröver bannig freiden. Hüüde keek düssen Kassen kuum`n Kind an, meent wi. Avers villicht is  dat´n schönert Geschenk as mennig Schnichschnack den hüdigendaags de Kinner kriegt.

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"Der kleine Perlenkünstler“ auf diesem Bild soll angeblich aus der ehemaligen DDR stammen. Ich erinnere mich aber daran, dass wir auch Perlen „aufgezogen“ haben. Aus den Perlen konnte man Ketten, Untersätze und noch vieles mehr herstellen. Wer nach dem Krieg so einen Perlenkasten zu Weihnachte geschenkt bekam konnte sich darüber richtig freuen. Heute würde diesen Kasten kaum ein Kind beachten, meinen wir. Aber vielleicht ist das ein schöneres Geschenk als mancher Schnickschnack den heute die Kinder bekommen.

110. 

Wringmaschine

Dat hört sik bannig good an: „Wringmaschien“. Ok so wi hüdigendaags kuum noch`n Wringmaschien kennt, ganz von to swiegen ok noch nutzt, wöör düsse Maschien fröher sachtens all`n Verlichtern. Mössen nu de Wäsch nich mehr ut to wringen, so seggen man to dat Dreihn von de quatschnat Wäsch um dat Water ut düsse ut to drücken.

De nat Wäsch wörd in de Wringmaschien inlegt un denn mit`n Dreiher dör de Rullen dreiht. Dör den Druck von de Rullen ward dat Wasch – or beter dat Spölwater – ut dat Wäschstück presst.

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Das hört sich großartig an: „Wringmaschine“. Auch wenn wir heute kaum noch eine Wringmaschine kennen, geschweige denn auch noch benutzen, war diese „Maschine“ früher schon eine Erleichterung. Musste man jetzt die Wäsche nicht mehr auswringen, so nannte man das Drehen der nassen Wäsche um das Wasser aus dieser auszudrücken..

Die nasse Wäsche wird in die Wringmaschine eingelegt und dann mittels einer Kurbel durch die Walzen gedreht. Durch den Druck der Walzen wird das Wasch – oder besser das Spülwasser -  aus das Wäschestück gepresst.

111. Tannenbaumständer So`n Dannboomstänner harrn wie fröher to Huus un ik glöv so`n geev it ok noch in veeln anner Huusholen. Den Stänner hefft se jüst so makt as `n Staketentuun so as de dormols fast vör jedeen Grundstück geev. De Latten, Riegels un Posten wöörn schoon gröön anmalt un de Spitzen von ´n Staketetuun leten witt.

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So einen Tannenbaumständer hatten wir früher zu Hause und ich glaube so einen gab es auch noch in vielen anderen Haushalten. Der Ständer war einem Staketenzaun, so wie es die damals vor fast jedem Grundstück gab, nachempfunden. Die Latten, Riegel und Pfosten waren in einem schönen Grün angemalt und die Spitzen des Staketenzauns waren weiß.

112. Webspanner

 

Den Wevspanner hefftse fröher bien Weven insett. He scholl verhinnern, dat dat Wevstück sik nich vertreckt, wat meent, de Fasson behölt. Is`n Deel von`n Stoff wevt, stickt`n düssen Wevspanner up dat fertige Deelstück un so geiht dat denn achter mehr Schööt na vörn umsett. Dadör schafft`n, dat dat Wevstück jümmers liekers breet is.

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Der Webspanner wird zum Spannen der Webstücke eingesetzt. Er soll verhindern, dass das Webstück sich „verzieht“, also seine Form behält. Ist ein Teil des Stoffes gewebt, wird dieser Webspanner auf das fertige Teilstück aufgesteckt und dann nach mehreren Schüssen nach vorne umgesetzt. Dadurch erreicht man, dass das Webstück immer gleich breit ist.

113. Reifenlaufen Tunnbandlopen, wat is dat denn, fragt hüdigendaags de Kinner. Fröher harrn fas alle Kinner een Tünnelband. Kuum wör dat`n kofftn  Tunnband.Tomehrst een ole Felg von Fohrrad un dorvör dat Stalband von`n Herigstunn or anner Tunn. Mit düsse Tünnelband hefft se up de Straaten Wettlopen veranstalt. Dütt Spell is bannig old. Al up dat Bild „Kinnerspele“ von Peter Breugel ut dat Joohr1560 sind twee Jungs to sehn, de ehr  Tünnelband drieven dot.

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Reifenlaufen, was ist das denn, fragen die Kinder heute. Früher hatte fast alle Kind einen Reifen. Selten war es ein bunter gekaufter Holzreifen. Meistens eine alte Fahrradfelge und davor das Stahlband einer Heringstonne oder anderer Tonne. Mit diesen Reifen wurden auf der Straße Wettlaufen veranstaltet. Dieses Spiel ist sehr alt. Schon auf dem Bild „Kinderspiele“ von Peter Breugel aus dem Jahre 1560 sind zwei Jungen zu sehen, die ihre Reifen treiben.

114. Hühnertränke Düsse Kroog is`n Höhnerbörm. Boben, wenn`n den Stoppen ruttrocken hett, war dat Börmwater infüllt un denn wenn`t nötig deit, dütt denn dör trecken von den Stoppen in den unnern Deel von den Kroog inleit. Nu könnt de Höhner or annert Vogeltüüg supen.

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Dieser Krug ist eine Hühnertränke. Oben, wenn man den Stopfen entfernt hat, wird das Tränkwasser eingefüllt und dieses dann bei Bedarf, durch ziehen des Stöpsels in den unteren Teil vom Krug eingeleitet. Jetzt können die Hühner oder anderes Geflügel trinken.

115. Malkasten Düsse „Malkasse“ hett den Achmer Maler Georg Buschmann ut Achim höört. Sien Malergeschäft ward hüdigendaags von sien  Grootking Heinz Georg Buschmann föört.

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Dieser „Malkasten“ gehörte dem Achimer Malermeister Georg Buschmann aus Achim. Sein Malergeschäft wird heute von seinem Enkel Heinz Georg Buschmann geführt.

116. Einkochhilfe

Wenn`n düssen Inkokhelöp hest, bruks den Inkokpott, in den de Glääs mit dat Inmakgoot kakt ward, nich mehr. Brukst bloots noch`n Waterketel un düssen Konserveern. De Tüll von düsse Reedschop ward up`n Utguss von den Waterketel steken un de Damp ut den Ketel kummt över de Leitung un de Spitz in dat Inkokglaas. Is dat Glaas vull mit Damp, drückst den Deckel up dat Glaas. Afköhlen laten un bums is dat Grööntüüch inkokt.

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Wenn man diese Einkochhilfe hat, kann man auf den Einkochtopf, in dem die Gläser mit Einmachgut gekocht werden, verzichten. Man benötigt lediglich einen Wasserkessel und diesen Konservierer. Die Tülle von diesem Gerät wird auf den Ausguss des Wasserkessels gesteckt und der Dampf aus dem Kessel wird über die Leitung und die Spitze in das Einkochglas geführt. Ist das Glas voll Dampf, wird der Deckel auf das Glas gedrückt. Abkühlen lassen und schon ist das Gemüse eingekocht.

117. "Eisen für Gold"

As Krieg wöör twüschen Preußen un de Franzosen un bi den 1. Weltkrieg hefft se de Froonslüüd upfordert Goldschmuck aftogeven. Dorför kreegen se een Brosch ut Isen as Anerkennen.

Af 1916 geev dat`n Medaillje to`n Belohn för dat Hergeven von Goldsmuck or den Tusch von Gold gegen Geld ut Papeer för de Lüüd. Düsse Medaillje gev dat in mennigeen Form avers nu mit de Inschrift „Eiserne Zeit 1916“ so as up de hier wieste Keed mit Anhangen.

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Während des Krieges Preußen gegen Frankreich und dem 1. Weltkrieg wurden die Frau dazu aufgefordert Goldschmuck abzugeben. Dafür erhielten sie eine Brosche aus Eisen als Anerkennung.

Ab 1916 wurde eine Medaille als Belohnung für die Abgabe von Goldschmuck oder den Tausch von Gold gegen Papiergeld an die Bevölkerung überreicht. Diese Medaillen gab es in verschiedenen Formen aber jetzt mit der Inschrift „Eiserne Zeit 1916“ wie auf der hier gezeigten Kette mit Anhänger.

118. Windlicht So een Schienfatt, or Latüchten, hefft se fröher, as dat noch keen Taschenlüchten geev, up`n Karkweg nachtens or bien Besöök von de Navers mitnahmen. Dat wöör fröher avers ok as Licht bi de Arbeit insett.

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Ein solches Windlicht, oder Laterne, diente früher, als es noch keine Taschenlampe gab, zur „Erleuchtung“ beim nächtlichen Kirchgang oder zum Besuch der Nachbarn. Es wurde aber auch zur Beleuchtung bei der Arbeit eingesetzt.

119. Werbeaschenbecher

 

Warfaschers finden hüdigendaags nich mehr so oft as fröher. Düsse beiden Aschers dreegt dat Bild von de Tankstell Erwin Klose un Heinz Taschies ut Achim. Beide Tankstellen gifft dat hüüde nich mehr.

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Werbeaschenbecher findet man heute nicht mehr so oft wie früher. Diese beiden Aschenbecher tragen das Bild der Tankstelle von Erwin Klose und Heinz Taschies aus Achim. Beide Tankstellen gibt es heute nicht mehr.

 

120. Brummkreisel De Küsel wöör bi us fröher een Speeltüüg wat wi geeern harrn. Man kunn den Küsel komodig in de Tasch steken. Jüst so een Band. De Stock, den`n ok noch brukte, funnen in de Büsch an`n Rand von`n Weg.

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Der Kreisel war bei uns früher ein beliebtes Spielzeug. Man konnte den Kreisel bequem in die Tasche stecken. Ebenso ein Stück Band. Den Stock, den man auch noch brauchte, fand man in den Büschen am Wegesrand.

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